fraenkel flyer 1

UPDATE nach der Wahl

Der Bürgerentscheid gegen die Umbaupläne erhielt nicht die erforderlichen 20.000 Ja-Stimmen. Nur 12.833 Bürger votierten dagegen, 187.000 der Wahlbrechtigten taten es nicht. Klarer Sieg.

Mitte 2017 sollen die Arbeiten beginnen: das Fraenkelufer am Landwehrkanal soll barrierefrei werden, mit breiteren Wegen, Sitzmöglichkeiten und Fahrradbügeln. Ein Traum wäre es, wenn an der ehemaligen Einmündung des Luisenstädtischen Kanals in den Landwehrkanal  eben genau dieses städtische Denkmal wieder deutlich sichbar gemacht wird. Mit einer durchgehenden Parkanlage und Wanderwege bis zur Spree...

Trotz - oder wegen? - dieses Sieges des Bezirksamtes tritt Baustadtrat Hans Panhoff nicht mehr für eine Fortsetzung des Amtes an. "Die Unterstützung auch aus meiner eigenen Fraktion ist dafür zu gering.", so Panhoff. Andere sagen, die Grünen wollen ihn loswerden, weil er "zu sehr fach- und sachgerecht arbeitet" (Berliner Zeitung).

__________________

Unser Bericht zum Vorlauf des Bürgerentscheids:

Was genau soll gerettet werden?

Es geht um den Abschnitt zwischen Erkelenzdamm und Admiralsbrücke. Der 1. Bauabschnitt am Böcklerpark ist schon neu gestaltet mit einem breitem Weg zum konfliktfreien Passieren für Fußgänger und Radfahrer. Die Treppenanlage mit angrenzenden Sitzpodesten bildet eine großzügige Promenade.

Wenn man aber weiter in den 2. Bauabschnitt Richtung Admiralsbrücke gelangen will, stößt man schon an der sogenannten Schneckentreppe auf Hindernisse. danach wird es abenteuerlich, weil in dieser Jahreszeit große Pfützen den alten schmalen Weg fast unpassierbar machen. Auch im trockenen Zustand behindern Wurzeln und hohe Seitenkanten das Weiterkommen, eine Gefahrenroute für Rollstühle und Kinderwagen.

Jetzt protestiert eine Bürgerinitiative gegen den Weiterbau des 2. Bauabschnitts. Sie möchte den Erhalt der alten schmalen Wegeführung, des Zaunes und der Schneckentreppe durch Instandsetzung. Und sie fordert den Erhalt des Ufergrüns in der bestehenden Situation. Dem folgt die Forderung zum Erhalt der jetzigen Uferstruktur mit Querparken und Freiflächen.

Hier ist der eigentliche Protestpunkt genannt: Die Parkplätze am Fraenkelufer! Um die geht es den Anwohnern vor allem.

In den Planungen des 2. Bauabschnitts wird die Wegeverbreiterung und barrierefreie Neugestaltung des Ufers auf Kosten der Straßenbreite ermöglicht. Statt jetzigem Querparken soll es nur noch ein Längsparken geben. Ihr bisheriges Privileg ist in Gefahr. Deshalb der Aufruf zum Stopp des weiteren Bauvorhabens im Bürgerentscheid am 27.11.2016.

Bei dieser Bürgerbeteiligung sind alle Bewohner des Stadtbezirks Friedrichshain-Kreuzberg stimmberechtigt. Doch kennen die Anwohner der Tunnelstraße in Alt-Stralau die Gegebenheiten am Ende des Grünzugs Luisenstädtischer Kanal überhaupt? Wir nördlich wohnenden Anwohner des Luisenstädtischen Kanals in Mitte sind gelegentliche Nutzer des Fraenkelufers, dürfen aber nicht mitentscheiden.

Es wäre grotesk, wenn eine kleine Anzahl von Anwohnern des Straßenbereichs ihre egoistischen Ziele durchsetzen könnten gegen das öffentliche Interesse, Uferbereiche für die Allgemeinheit zurückzugewinnen.

VH

Abbildungen: Flyer, veröffentlicht von S.T.E.R.N. Gesellschaft der behutsamen Stadterneuerung mbH

Seite 2 des Flyers:

fraenkel flyer 2

 

>> DOWNLOAD/Vollansicht des Flyers des Bezirksamtes Kreuzberg

 

Google Street View gibt einige Einblicke in den strittigen Ort, einige Anwohnerhäuser haben sich verpixeln lassen und es gibt hier ein "Loch" in Street View: