170210 ISEK Rundgang 1000

Noch ist der Kreuzberger Teil des Gartendenkmals Luisenstädtischer Kanal im Programm Städtebaulicher Denkmalschutz enthalten. Das betrifft die Abschnitte zwischen Waldemarbrücke und Oranienplatz, weiter südlich die Abschnitte zwischen Oranienplatz und Wassertor und von dort bis zum Urbanhafen.

Der Sieg der Stadtplaner über die Kritiker der Neugestaltung des Fraenkelufers macht Hoffnung auf eine denkmalgerechte Wiederherstellung des gesamten Luisenstädtischen Kanals nach historischem Vorbild. Mit dieser Zuversicht äußerten sich die Fachfrauen von Stattbau in der Diskussionsrunde, die sich an den Rundgang durch die Kreuzberger Luisenstadt anschloss. Es gibt noch viel zu tun zur Erhaltung und Pflege des Bestandes denkmalwürdiger Häuser,  Plätze und Grünanlagen.

Die finanziellen Mittel aus dem o. g. Programm werden kaum ausreichen für die  besichtigten Orte.

Man sieht es einigen Gebäuden nicht  sofort an, wie groß der Sanierungsbedarf ist, wie z.B. bei dem Theaterbau in der Naunynstraße. Vom Alfred-Döblin-Platz über den Oranienplatz vorbei am Bullenwinkel und Naunynritze, über Bethanien zu den großen Schulhöfen hinter der Nürtingen-Grundschule, vorbei am Georg-Rauch-Haus und endend bei der AWO in der Adalbert-Straße - das war ein gut organisierter Rundgang der Stattbau GmbH.

Wie und wo gebaut  wird und welche Mittel und Zeiträume eingeplant werden, kann man im Internet nachlesen unter den Stichworten Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) Luisenstadt für Friedrichshain-Kreuzberg.

Spannend und neu für mich als Luisenstädter aus Mitte war der Schulkomplex Nürtingen-GS und Plauen-GS, die einen riesigen gemeinsamen Schulhof haben und ihre Schulgebäude kennzeichnen als Oranges Haus, Rotes Haus und Gelbes Haus - für Kinder schnell verständlich. Die Sporthalle war ursprünglich die Orangerie der Späth`schen Gärtnerei -wieder ein Puzzlestein der Stadtteilgeschichte.

In der Informations-und Diskussionsrunde wurde mehrfach auf die Beeinträchtigungen der Lebensqualität durch den zunehmenden Straßenverkehr hingewiesen. Nachdem in der angrenzenden nördlichen Luisenstadt in Mitte schon vor 5 Jahren  eine Verkehrsstudie gemacht worden war, soll eine gleichartige Studie jetzt auch in der Kreuzberger  Luisenstadt in Auftrag gegeben werden.

Endlich, könnte man vorwurfsvoll feststellen, doch kommen solche Seufzer bei Verwaltungen kaum an. Denn es droht die Einführung der Parkraumbewirtschaftung im Bereich Mitte mit den zu erwartenden Verdrängungen auf den Kreuzberger Bereich der Luisenstadt.

Eine gemeinsame städtebauliche Planung der gesamten Luisenstadt war vor Jahren mit einem fast gleichlautendem Programm INSEK angedacht und endete dann ergebnislos in den Schubladen der unterschiedlich zuständigen Bezirksverwaltungen.

Man sollte an die guten Vorsätze immer wieder erinnern und die Hoffnung nicht aufgeben. Der Kiezrundgang am 10.2.17 war ein gutes Beispiel dafür.

Volker Hobrack

Fotos: Jörg Simon

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Die Einladung zu diesem Stadtrundgang mit weiteren Hintergrund-Informationen lesen Sie hier:

Rundgang mit Snacks - Der städtebauliche Denkmalschutz in der Luisenstadt Kreuzberg

 

Der Stadtplan zum Rundgang:

ISEK Rundgang 2017 2

 

 Quelle: Flyer STATTBAU - Mehr: www.STATTBAU.de/Luisenstadt