Verkehrskonzept Flyer S2

Am 12. Oktober 2017 veranstaltete der Bezirk XHAIN eine Auftaktveranstaltung zu einem neuen "Verkehrskonzept Luisenstadt". Mehrere Mitglieder des Bürgervereins nahmen daran teil. Volker Hobrack berichtet, auch mit eigenen Einschätzungen.

Sehr schön, dass die Luisenstadt auch in Kreuzberg ein Begriff ist. Nicht schön ist, dass die STATTBAU die "Luisenstadt" vordergründig nur für Kreuzberg okkupiert. Zumindest im Einladungsflyer zur genannten Veranstaltung. Erst aus dem Vorspanntext der Einladung ist zu entnehmen, dass ein Verkehrskonzept für das Untersuchungsgebiet Luisenstadt Kreuzberg gemeint ist.

Denn für die nördliche Luisenstadt liegt eine Verkehrsstudie bereits seit 2011 vor, an die sich Kreuzberg hätte anschließen können. Noch dazu mit geringerem Aufwand, weil die Kordonmessungen an den Kontrollpunkten Köpenicker Straße, Adalbertstraße und Heinrich-Heine-Straße ja die Ansatzpunkte für den Durchgangsverkehr Mitte nach Kreuzberg und in umgekehrter Richtung geliefert hatten.

Jetzt müssen wegen veränderter Bedingungen neue Untersuchungen gestartet werden, die sicher nicht weniger Kosten verursachen.

Nur gut, dass es dieselben Fachleute vom Architekturbüro Hoffmann-Leichter sind, die ausreichend viele Erfahrungen gesammelt haben und eine gute Reputation genießen.

Sehr zu begrüßen waren die Stadtspaziergänge an den Tagen davor, wo an neuralgischen Verkehrsschwerpunkten die Situationen vor Ort angesehen werden konnten. Jeder Interessierte konnte Probleme und Mängel erkennen und sich Gedanken über Verbesserungen machen.

Die Auftaktveranstaltung war von Stattbau, von den Fachleuten des Architekturbüros und vom Bezirksamt gut vorbereitet; der zuständige Baustadtrat hatte sich krank gemeldet, wer war leider nicht dabei.

An der Diskussion beteiligten sich fast alle Anwesenden und sie stellten übereinstimmend dieselben Mängel fest:

Zu viel Autoverkehr, zu viel Lärm, zu viele Schadstoffemissionen durch den Straßenverkehr u.a..

Für Busse, Anlieferfahrzeuge, Fahrräder ist der zur Verfügung stehende Verkehrsraum nicht ausreichend. Auch Fußgänger haben durch enge Bürgersteige und Straßengastronomie zu wenig Platz (Szenebereich Oranienstraße ).

Oberdrein ist die Kontrolle der Straßenverkehrsvorschriften sehr dürftig und völlig unzureichend beim Parken in der zweiten Reihe.

Auffällig waren Vorschläge von einzelnen Teilnehmern, dass man doch völlig neue Ideen aufgreifen sollte, wie z.B. die Straßen für den Verkehr völlig zu schließen à la Barcelona, wo versenkbare Poller enge Straßen zeitweise absperren.

Einbahnstraßen seien doch das Mindeste was gemacht werden könnte. Die pragmatischen Ansätze von Planern und Behörden zur Lösung der jetzigen Verkehrsprobleme wurden durch diese Redebeiträge schon mal in Frage gestellt.

Eine Folgeveranstaltung ist im Frühjahr 2018 geplant, sobald die Stadtspaziergänge und die Auftaktveranstaltung ausgewertet worden sind. Wir werden wieder dabei sein.

vh


Verkehrskonzept Flyer S1

Weiterlesen: Die Einladung zur Veranstaltung und mehr:

Do 12·Okt 2017: Auftaktveranstaltung zu einem neuen "Verkehrskonzept Luisenstadt Kreuzberg"


Update

Der grassierende Zwang der Verwaltungen und ihrer Auftragnehmer zur Bürgerbeteiligung allerorten soll offensichtlich dem Bürgerprotest und Aussage a la ".. uns hat ja mal wieder niemand gefragt .. " entgegen wirken. Alles  vor dem Hintergrund möglicher Volkbefragungen und -entscheiden, die peinlich verloren werden können ...

Nun hat das BA XbergFhain seine begleitende Dokumentation inklusiver einer neuen Bürgerbefragung zur Entwicklung des Verkehrskonzeptes im Internet versteckt: unter der denkwürdigen Adresse http://www.stattbau.de/index.php?id=131&tx_ttnews%5Btt_news%5D=401&cHash=29b0d00325221567c842b73bec2d6e0d hat die ausführende Stattbau GmbH die Auftaktveranstaltung dokumentiert. Wiederum versteckt auf dieser Seite findet sich eine Einladung zur Bürgerbeteiligung unter der Adresse https://mein.berlin.de/projects/verkehrskonzept-luisenstadt, dort können Sie eigene Vorschläge zur Veränderung der Verkehrslage in der Luisenstadt-Kreuzberg eintragen.

Wegen der hier geschilderten Umstände bleibt eine umfangreiche, eventuelle nutzbringende Beteiligung daher bisher aus.

Eine Zugangsbarriere zu diesem Befragungstool ist auch eine pflichtige Registrierung mit persönlichen Daten, das gefällt nicht vielen. Erst dann darf man mitmachen.


 

Kommentare   

0 #1 Oliver 2017-10-18 18:32
Einbahnstraßen sind die unglücklichste Lösung einer Straßenplanung.
- der reale Verkehr potenziert sich, da die Wege länger werden
- das Tempo erhöht sich, da mit keinem Gegenverkehr mehr zu rechnen ist
- Radfahrer welche verkehrt in die Einbahnstraße fahren, sind einem größeren Risiko ausgesetzt

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