Gewerkschaftshaus: Die Rote Burg am Engeldamm

Durch die großmütige finanzielle Unterstützung von Leo Arons konnte das erste feste Gebäude für die Berliner Gewerkschaften am Engeldamm errichtet werden. Das war 1900. Am 10. Oktober 1919 starb Leo Arons. Auf eigenen Wunsch wurde er auf dem Gelände des Gewerkschaftshauses bestattet. Das Grab wurde durch die Nationalsozialisten zerstört. Eine Gedenktafel erinnert an ihn und die "Rote Burg" in der Luisenstadt.


Gedenktafel Leo AronsLeo Martin Arons wird 1860 als Sohn einer angesehenen jüdischen Bankiersfamilie in Berlin geboren. 1887 heiratet er Johanna Bleichröder, eine Tochter des ebenfalls angesehenen Bankiers Julius Bleichröder, Bruder von Gerson Bleichröder, dem Privatbankier von Otto von Bismarck. Durch diesen familiären Hintergrund gehört Leo Arons zur damaligen Finanzelite Deutschlands. Seinem jüdischen Glauben bleibt er bis 1890 treu.

Er studiert Chemie und Physik und wird nach Beendigung des Studiums Privatdozent an der Berliner Friedrich-Wilhelm-Universität. Neben seiner intensiven Forschungs- und Dozententätigkeit beschäftigt sich Leo Arons mit der sozialen Not und sucht nach Lösungsansätzen, um diese zu lindern. Gewaltsame Lösungen, wie sie einige Reformer verlangen, lehnt er ab.

Er  befürwortet eine Änderung des Wahlrechts und andere gesetzliche Veränderungen, insbesondere eine Bodenbesitzreform, die eine Verstaatlichung von Grund und Boden zur Folge hätte. Er sucht die Nähe zu liberalen Initiativen, wird  Mitbegründer des Deutschen Bundes für Bodenbesitzreform und tritt 1891der SPD bei.

Er bringt Personen aus dem Arbeiterkreis, Parteimitglieder, Gewerkschafter, Kaufleute und Akademiker regelmäßig zusammen. Liberale Initiativen wie der sog. Schmalzstullenclub, eine lockere Runde von Sozialdemokraten und Sozialreformern, oder der Rote Salon können mit seiner finanziellen Unterstützung rechnen. Auch die freien Gewerkschaften und die 1907 gegründete Baugenossenschaft  Ideal erhalten seine Unterstützung.
Vermutlich aus diesen Kreisen entsteht die Idee des Baus eines Gewerkschaftshauses.

Um die Verbreitung liberalen Gedankenguts zu unterstützen, ermöglicht er die Gründung des Sozialpolitischen Zentralblattes und rettet die Sozialistischen Monatshefte 1902 vor der Schließung.

Gleichzeitig verschärft sich der Ton der politischen Führung gegen die liberalen, sozialdemokratischen  Bestrebungen: 1878 wird das Sozialistengesetz verabschiedet und Vielen drohen Zensur, Verhaftung und Ausweisung.  Auch hier leistet Leo Arons den betroffenen Familien großzügige finanzielle Hilfe.

In seiner persönlichen Situation als Privatdozent an der Berliner Universität ist Leo Arons lange vor politischen Repressalien geschützt. Zudem schätzt ihn die Universität auf Grund seiner hervorragenden Dozenten- und Forschertätigkeit. So entwickelt er 1892 eine Lampe auf Quecksilberdampfbasis, die später von der AEG unter dem Namen "Dr. Arons-Quecksilberdampflampe" vermarktet wird.

Im Jahr 1898 jedoch wird ein Ausnahmegesetz erlassen, das die Privatdozenten dem Beamtenstatus gleichsetzt und somit der staatlichen Disziplinargewalt unterstellt. Demnach wird den Universitäten die Entscheidungsgewalt über ihre Privatdozenten entzogen und auf das Kulturministerium übertragen. Leo Arons wird der Vorlesungsauftrag entzogen. Auf Grund der Schärfe des Gesetzes befürchtet die Regierung Auseinandersetzungen mit den betroffenen Fakultäten und so bleibt Arons der einzige Fall, auf den das Gesetz (Lex Arons) angewandt wird.
In einem persönlichen Brief drückt der Dekan der Berliner Universität Leo Arons sein tiefes Bedauern über seine Entlassung aus.

Leo Arons wendet sich nun stärker der Politik zu und kandidiert für die Reichs- und Landtagswahlen und für die Berliner Stadtverordnetenversammlung.

Er finanziert weitgehend aus seinem Privatvermögen das erste eigens für die Gewerkschaft errichtete Gebäude in Berlin sowie zusammen mit der Ideal Kleinwohnungen für Arbeiter. In dem Gewerkschaftshaus am Engeldamm befinden sich eine Arbeiterbildungseinrichtung, ein Krankenhaus, Übernachtungsmöglichkeiten für Wandergesellen und eine Gaststätte. Leo Arons ist dort jahrelang Aufsichtsratsvorsitzender und beteiligt sich aktiv an der Kulturarbeit.

Ab 1908 muss sich Leo Arons jedoch aus gesundheitlichen Gründen immer mehr zurückziehen und kann lediglich sein Amt in der Stadtverordnetenversammlung weiter ausüben. Die Novemberunruhen von 1918 verfolgt er vom Krankenbett aus. Nach der Abdankung des Kaisers Wilhelm II.  fordert er die bürgerlichen Kreise zur Beteiligung an der neuen Regierung auf. Diese rehabilitiert ihn kurz vor seinem Tod.

Am 10. Oktober 1919 stirbt Leo Arons. Auf eigenen Wunsch wird er auf dem Gelände des Gewerkschaftshauses bestattet.  

Obwohl Leo Arons 1890 aus der jüdischen Gemeinde ausgetreten war, wird er von den Nationalsozialisten als Jude betrachtet und seine Grabstätte mit der Erstürmung der Gewerkschaftshäuser am 2.5.1933 zerstört.

Weiterlesen:
Donnerstag, 2. Mai 2013
Gedenkstunde zum 80. Jahrestag der Erstürmung der Gewerkschaftshäuser am Engeldamm und Michaelkirchplatz


 

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Grün für Luise - Unsere neue Arbeitsgruppe zur Förderung der Grünanlagen

Grün für Luise – Einladung zum Mitmachen

Unter dem Dach unseres Bürgervereins Luisenstadt e.V. entsteht eine neue Arbeitsgruppe (AG) zur Förderung unserer Grünanlagen.

Die AG soll auch Anwohnerinitiativen zur ehrenamtlichen Grünpflege anregen, unterstützen und bündeln und gleichzeitig Sponsorengelder und Zuwendungen zur Erhaltung, Verschönerung und Neugestaltung der grünen Oasen in den dichtbesiedelten Wohngebieten der Luisenstadt einwerben.

Durch Übernutzung, nicht genügend Pflege, Verwahrlosung und auch mangelnde Abwendung von Vandalismus sind die Parkanlagen der Luisenstadt, allen voran das Engelbecken und der Luisenstädtische Kanal, aber auch kleine öffentliche Grünflächen und Plätze, in einem traurigen Zustand.

Foto oben: Bitte weitersagen - Radfahren im gesamten Luisenstädtischen Kanal ist verboten! Es ist ein geschütztes Gartendenkmal!

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Läuft: Haushaltsbefragung zur sozialverträglichen Quartiersentwicklung in der Nördlichen Luisenstadt

Sie, die Bewohnerinnen und Bewohner der Luisenstadt Nord, werden amtlich um Mitwirkung gebeten.

Nach der Publikation der wissenschaftlichen Untersuchung zu "Nutzungskonflikten in der Nördlichen Luisenstadt" im Jahr 2018 (hier nachlesen) fragt das BA Mitte Stadtentwicklungsamt nun noch einmal genauer nach.

Gerichtet an die Haushalte im Bereich Luisenstadt Nord wurden Fragebogen in die Briefkästen gesteckt, deren Beantwortung ist dringlich erwünscht. Erst ein Minimum an Rückläufen dürfte so etwas wie Repräsentativität herstellen

Die Datenerhebung erfolgt anonym. Es geht um Ihre Wohnumfeld, Ihre Nachbarschaft. Zum Inhalt des Fragebogens bitte weiterlesen.

Hintergrund

Im Sanierungsgebiet Nördliche Luisenstadt hat die Nutzung der erheblichen Neubaupotentiale eine besondere Bedeutung für die weitere Entwicklung des Quartiers.

Mit dem Ziel einer sozial verträglichen Gebietsentwicklung sollen Vorgaben für einen am Bedarf der Bevölkerung orientierten Wohnungsbau entwickelt werden.

Hierbei steht die Schaffung von preiswerten, von breiten Schichten der Bevölkerung nachgefragten Wohnungen im Vordergrund.

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Sa 15·Juni 2019: Besuch im legendären "Café Krause"

Wer morgens gegen 6 Uhr an der St.-Thomas-Kirche vorbeikommt, wundert sich: da stehen Menschen am Nebeneingang und warten, dass sie in die Kirche dürfen.

Die Menschen, die da warten und denen man manchmal ansieht, dass sie nicht unbedingt auf der Sonnenseite unserer Gesellschaft sind, warten auf die Öffnung des "Café Krause".

Von Dienstag bis Freitag kann man zum Frühstück kommen: es gibt Kaffee, fast immer eine warme Suppe, Brot und Tee.

Im Winter dient das Café zusätzlich als Wärmestube, Freiwillige und Mitarbeiter der Johanniter bieten ein warmes Abendessen an. Die Berliner Tafel liefert die Lebensmittel.

Unsere AG Geschichte lädt Sie ein zu einem Info-Besuch das Cafés an der St.-Thomas-Kirche am Mariannenplatz

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Mai/Juni 2019: ecke köpenicker No. 2/2019 erschienen

Die ecke No. 2 für die Monate Mai und Juni 2019 mit den Schwerpunkten Bodenwerte, Milieuschutz, Mieterberatung informiert aktuell und mit Hintergrund-Infos über diese Themen:

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Bürgerverein Luisenstadt: Wir erneuern erneut eine Gedenktafel

1848 noch einmal.
"Was geschah am 16. Oktober 1848 am Luisenstädtischen Kanal?" - das berichtete Dr. Klaus Duntze vom Bürgerverein Luisenstadt am Donnerstag, dem 16. Oktober 2008 um 18 Uhr in der Annenkirche am Heinrich-Heine-Platz. Anschließend um 17 Uhr wurde an der Mauer der Gartenanlage eine Gedenktafel zu diesem historischen Ereignis enthüllt.

Mehr zu dem denkwürdigen Tag berichtet Vereinsmitglied Wieland Giebel in seinem BerlinStory-Blog:
www.BerlinStory.de/blog/freitag-19-september-2008

Der Bürgerverein Luisenstadt erneuert jetzt im Frühjahr 2019 die vandalisierte und mittlerweile völlig verschwundene Gedenktafel - und erinnert damit auch an unser leider kürzlich verstorbenes Gründungsmitglied Klaus Duntze.

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Engelbecken: Warum Enten (und Schwäne und alle anderen) füttern schädlich ist

Wenn Pankower Grundschüler dieses gelernt haben, warum nicht auch Sie?

Drucken Sie diese anschauliche Erklär-Kinderzeichnung aus und zeigen erklären Sie Ihren Kindern (und fütternden Nachbarn), warum Enten füttern schädlich ist. Auch an unserem Engelbecken, dass schon wieder an Verschmutzung und Trockenheit leidet.

Warum Enten füttern schädlich ist

  • Enten werden dick und fett
  • Die Enten bekommen davon Bauchweh
  • Zu viele Algen entstehen
  • Das Wasser wird trüb
  • Die Enten bekommen Duchfall
  • Aus Brot wird Schlamm
  • Schlamm nimmt Sauerstoff weg
  • Ohne Sauerstoff sterben Fische
  • Das Wasser fließt nicht ab
  • Der See ist wie eine große Badewanne
  • Das Wasser kippt um
  • Bakterien!

Die o. a. Abbildung vergrößern hier und ausdrucken hier

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