Café und Restaurant Kuchen-Kaiser am Oranienplatz

Die Versandkonditorei und das Café KUCHEN-KAISER am Oranienplatz in der Luisenstadt wurden im Jahre 1865 von Conrad Kaiser gegründet. Seit 1998 existiert ein erfolgreiches Restaurant erneut unter dem Traditionsnamen an gleicher Stelle. Das im Jahr 1864 gebaute Haus, in dem sich die Konditorei befindet, ist direkt für die Erfordernisse der Firma errichtet worden. 1890 übernahm der Konditormeister Eugen Fluss, der zuvor bei den Firmen Kreuzkamp in Dresden und Sacher in Wien

in die Lehre gegangen war, das Café. Die Idee der Versandkonditorei, die ihre Waren verschickt, hatte er von Sacher übernommen. Es wird gesagt, er wollte den Namen der Firma deshalb nicht verändern, weil man mit dem Namen Fluss nur ein Fischgeschäft eröffnen könne.

Schnell ging Fluss dazu über, die Firmen in der Ritterstraße mit Kuchen für die Kantinen zu beliefern. Hierzu wurden 3-rädrige Fahrradlieferwagen benutzt.

Kuchen-Kaiser hatte stets die neuste Technik bereit: Hier gab es eine der ersten Telefonanlagen, einen Speiseaufzug aus der Backstube, die erste Ammoniakkühlanlage Berlins, die erste Drehtür (wobei allerdings beinahe eine Dame zu Tode kam, weil sie sich mit der Tür immer schneller drehte und nicht herauskam), die erste Lautsprecheranlage im Gastraum und den ersten Motorlieferwagen. Der wurde einschließlich Fahrer von der Firma Opel geliefert (Fahrschulen gab es noch nicht). Unter großer Pressebegleitung kurbelte dieser das Fahrzeug an - und es ging sofort in Flammen auf. Weitere Lieferwagen der Firma wurden im 1. Weltkrieg als Sanitätsfahrzeuge eingesetzt. Keiner der Fahrer und Wagen überlebten den Krieg.

Kuchen-Kaiser produzierte bis zu 300 Sorten Torten und Kuchen pro Tag, die in speziell entwickelten Kleincontainern, die an den Rändern mit Eis gefüllt waren, mit Zug und Automobil und per Flugzeug (Junkers G 38) bis nach London verschickt wurden. Die Zeppeline LZ 127 und LZ 129 hatten meistens Produkte von Kuchen-Kaiser an Bord für die Fluggäste.

Während der Herrschaft des Nationalsozialismus gelang es, zwei jüdische Stammgäste in den großen Backräumen zu verstecken. Sie wurden von den eingeweihten Angestellten nicht verraten, bis es dem Chef gelang, die Bedrohten ins Ausland zu schaffen. Im Krieg flog nur das Dach des Gebäudes davon, weil das restliche Gebäude 1934 mit Stahlgerüsten versehen worden war.

Der Neustart 1947 gelang wegen Verlust der Maschinen und der nahen Sektorengrenze nicht. 1957 musste die traditionsreiche Konditorei Vergleich anmelden. Aber seit 1998 existiert ein erfolgreiches Restaurant erneut unter dem Traditionsnamen an gleicher Stelle.

Hans-Ulrich Fluß

 

Kuchenkaiser 2012

Oben gemütlich wohnen, unten gut essen und trinken, das kann sich auch vertragen: das Restaurant Kuchen-Kaiser am Oranienplatz heute

 

Mehr über Hans-Ulrich Fluß lesen, sehen und hören Sie hier in unserem kleinen Portrait auf der Seite Mitglieder vorgestellt: Hans-Ulrich Fluß

 

 

 

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Erschienen September 2019
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So 10·November 2019: 30 Jahre Mauerfall - Stadtspaziergang am Berliner Mauerweg

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Im Herbst 2019 jährt sich zum 30. Mal die Öffnung der Berliner Mauer.

Über 28 Jahre trennte sie unsere Stadt in zwei Teile. Die Mauer verlief durch unsere Nachbarschaft. Einige haben die Dramen um den Mauerbau 1961 selbst erlebt. Für viele Bewohner von Mitte und Kreuzberg jedoch gehörte die Mauer zum Alltag, im negativen wie im positiven Sinn:

Für Viele bedeutete sie eine schmerzliche Trennung von geliebten Mitmenschen und eine tiefgehende Einschränkung in ihrem Alltagsleben, für Andere eröffneten die Randlage und der Inselstatus Berlins Freiräume, die sie woanders nicht gehabt hätten. - Unsere AG Geschichte lädt ein ...

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NEU: Luisenstadt - Unser Veranstaltungsprogramm bis Dezember 2019

Unser neues Veranstaltungsprogramm für die Monate Oktober bis Dezember 2019, organisiert von der AG Geschichte, befindet sich bereits in der Verteilung in Ihrer Nachbarschaft. - Terminübersicht:


Hier können Sie hineinschauen und Details lesen...

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Do 3·Okt Finale Abschlussfeier der Ausstellung "Kunst an der Plakatwand"

Flyer groß anzeigen hier

Ab 15 Uhr mit Bürgermeister Stephan von Dassel, Musik mit TriArt, Dagmar Bunde Gesang, Markus Ehrlich Saxophon und Julius Heise Vibraphon. Gemeinsamer Rundgang durch die Ausstellung. Gesang Rita Huber-Süß, Straßentheater KAMAdUKA.

Die Ausstellung selbst ist noch bis Sonntag, 6. Oktober 2019 geöffnet.


Letzte Aktualisierungen des Programmes finden Sie auf der Homepage des Projektes:

-> www.KunstanderPlakatwand.de

Mi 30·Oktober 2019 Vortrag: Die Spree in Berlin Mitte - Ruhestand oder neuer Aufbruch?

Vergangenheit und Zukunft der Beziehung zwischen Fluss und Stadtentwicklung

Ohne die Spree gäbe es Berlin nicht. Die Stadt wurde nicht umsonst an einer Stelle gegründet, an welcher der Fluss als Hauptverkehrsweg und Energiequelle dienen konnte. Die Bedeutung und Funktion der Spree in Berlin verändert sich.

Die meisten der historisch prägenden Funktionen des Gewässers für die Stadt Berlin, darunter auch für die Luisenstadt, sind heute irrelevant oder völlig verschwunden. Neue Sichtweisen, Ideen und Nutzungsansprüche für das Wasser entstehen in Berlin, wie an vielen anderen Orten der Welt.

Was sind die Chancen und Herausforderungen für die Gestaltung der zukünftigen Beziehung zwischen der Stadt und ihrem Fluss?

Unsere AG Geschichte lädt zu einem Lichtbildvortrag ins Spreefeld an der Spree.

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Neu: Unsere Broschüre zur Geschichte der Eisfabrik

Im September 2019 und pünktlich zum Tag des offenen Denkmals ist eine neue Broschüre unseres Bürgervereins zur Geschichte der Eisfabrik der Norddeutschen Eiswerke in der Köpenicker Straße 40-41 erschienen.

Das Zustandekommen der Broschüre ist dem hartnäckigen Engagement unseres Mitglieds Peter Schwoch zu verdanken, der sich über Jahre unermüdlich für den Erhalt des denkmalgeschützten Ensembles eingesetzt hat.

Gleichzeitig sammelt Peter Schwoch seit Jahren historisches Material zur Geschichte der Köpenicker Strasse und stellt so die Bedeutung  des Erhalts dieses Industriedenkmals als Symbol für die Entwicklung dieses ganzen Bezirks ab dem Ende des 19. Jahrhunderts in einen historischen Kontext.

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Sept/Okt: ecke köpenicker No. 4/2019 erschienen

Die ecke No. 4 für die Monate September und Oktober 2019 mit den Schwerpunkten Postfuhramt, Bezirk Mitte / Über den Tellerrand, Streitthema Lärm und Lärmschutz informiert aktuell und auch mit Hintergrund-Infos über diese Themen:

  • Bürgerfest und Kunstprojekt
  • Pläne für das alte Postfuhramt
  • Runder Tisch Köpenicker
  • Streitthema Lärm und Lärmschutz
  • Alte Eisfabrik
  • Leserpost
  • Tag des offenen Denkmals 2019
  • Kolumne: Luisenstädtische Kirche
  • Aus dem Bezirk Mitte / Über den Tellerrand:
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