Berlin um 1280

Am Gründungstreffen vom 12.12.18 im Büro der Gesellschaft Historisches Berlin hat der Vorstand unseres Bürgervereins teilgenommen. Ein offener Verbund mit diesen weiteren Vereinen hat sich zusammengefunden:

  • Forum Stadtbild Berlin (Hr. Hans-Karl Krüger, Initiator)
  • Gesellschaft Historisches Berlin (Hr. Gerhard Hoya)
  • Bürgerforum Berlin (Dr. Benedikt Goebel, Initiator)
  • Berliner Historische Mitte (Hr. Hubertus Müller)
  • Förderverein Ev. Gymnasium zum Grauen Kloster (Fr. Brigitte Thies-Böttcher)

Zweck ist vorrangig der Informationsaustausch und zukünftige gemeinsame Stellungnahmen zur Stadtentwicklung Berlins.


Am 16. Januar 2109 erfolgte die folgende, erste Pressemitteilung anlässlich des Beginns des Umbaus der Grunerstraße in Mitte:

Stadtraum statt Verkehrsschneisen in der historischen Mitte

Die monströse Verkehrsschneise am Roten Rathaus, die 1969 eröffnete Grunerstraße, wird in diesen Tagen verschwenkt, damit die Berliner Landesarchäologie das unter der Straße begrabene älteste Viertel der Stadt ausgraben kann. Seit einigen Wochen steht zudem fest, dass die mit 49 Metern extrem breite Mühlendammbrücke so marode ist, dass sie neu errichtet werden muss.

Dies beides nehmen die u.a. Berliner Bürgervereine zum Anlaß, ihre Stimme zu erheben.

Die Stadtdebatte Alte Mitte, Neue Liebe hat 2015 zehn Bürgerleitlinien formuliert. Die meisten Teilnehmer konnten sich auf die folgenden zwei Leitlinien verständigen:

  1. "Rückbau der breiten Verkehrsschneisen" (zu denen außer der Grunerstraße auch die Spandauer Straße, die Karl-Liebknecht-Straße und die Gertraudenstraße zählen)
  2. "Geschichte sichtbar machen"

Diesen Leitlinien entspricht die Senatsplanung bislang nicht.

Die für Berlin typischen Merkmale für den Straßenraum sind, zum einen, die Berliner Traufhöhe von 19 Metern und, zum anderen, Straßen, die nicht breiter waren als die Höhe der sie säumenden Häuser. Für den Fußgänger bieten Straßen mit diesen Maßen Raum für Kommunikation, Begegnung und Entspannung – kurz lebendige Stadträume. Das Prinzip der Europäischen Stadt ist das erfolgreichste Stadtgestaltungsprinzip aller Zeiten und wurde in den ersten Nachkriegsjahrzehnten sträflich missachtet. Warum orientiert sich Berlin nicht an diesem, in der "Leipzig Charta" von 2007 europaweit festgeschrieben Prinzip?

Die Forderungen der Kooperation der Bürgervereine lauten:

  • Der Verkehr hat der Stadt zu dienen, nicht die Stadt dem Verkehr
  • Umgehende Umsetzung der beiden Bürgerleitlinien
  • Geschichte nicht im Sinne der Senatsbaudirektorin allein durch archäologische Fenster sondern durch verkehrstechnische Maßnahmen und Architektur sichtbar machen
  • Rückbau, Neubau mit reduzierter Breite und Wiedererrichtung von Bauten auf der Mühlendammbrücke
  • Gestaltung des Molkenmarktes als lebendiger Stadtplatz
  • Rückbau nicht nur der Grunerstraße, sondern auch der Spandauer Straße, der Gertraudenstraße (Führung des Verkehrs über die noch vorhandene alte Gertraudenbrücke) und der Karl-Liebknecht-Straße auf ein menschliches und menschenwürdiges Maß
  • Modernisierung und Ausbau des ÖPNV, insbesondere U-Bahn, S-Bahn und Straßenbahn
  • Führung der Straßenbahngleise im Stadtkern ohne eigenes Gleisbett

Berlin, 16. Januar 2019

Für die Kooperation der Bürgervereine:

Dr. Benedikt Goebel, Bürgerforum Berlin e.V.
Volker Hobrack, Bürgerverein Luisenstadt e.V.
Gerhard Hoya, Gesellschaft Historisches Berlin e.V.
Hubertus Müller, Berliner Historische Mitte e.V.
Brigitte Thies-Böttcher, Förderverein des Gymnasiums zum Grauen Kloster – Mitte e.V.

Grafik oben: Historische Mitte e. V. - Berlin um 1280


Siehe auch

 

Presse


 

Persönlichkeiten aus der Luisenstadt: Georg Wertheim

Vortrag mit Lichtbildern von Dr. Simone Ladwig-Winters 
Mittwoch 22. März 2023 um 20:00 Uhr 
Treffpunkt: Buchhandlung Moritzplatz im Aufbau Haus, Prinzenstraße 85, 10969 Berlin
 
Warenhaus Wertheim am Moritzplatz - 1914Georg Wertheim, 1854 in Stralsund geboren, eröffnete 1890 sein erstes Berliner Geschäft direkt am Moritzplatz. Schon bald entwickelte er in Zusammenarbeit mit dem Architekten Messel die Idee eines Warenhauses. In der Oranienstraße 53/54 wurde 1894 ein Gebäude errichtet, große Schaufenster lockten die KundInnen. Weitere Filialen folgten, auch ein riesiges Haus am Leipziger Platz. Am Moritzplatz öffnete 1913 ein moderner Neubau seine Pforten.
 

Georg Wertheim und seine Familie kannten als Juden antisemitische Angriffe. Die Taufe half wenig dagegen. Aber nachdem die Nazis 1933 an die Macht gelangt waren, wurde das Unternehmen immer heftiger attackiert. Der Name verschwand. Georg Wertheim selbst musste ausscheiden und emigrieren. Das Warenhaus am Moritzplatz wurde im Krieg zerstört - das Ende von Wertheim in der Luisenstadt.

 

Dr. Simone Ladwig-Winters: Expertin für deutsch- und jüdische Geschichte der Neuzeit, Hrsg. von "Anwalt ohne Recht. Das Schicksal jüdischer Rechtsanwälte in Berlin nach 1933" und Autorin von "Die Wertheims. Geschichte einer Familie".

Der Beginn des Rundfunks: Spuren der Radiogeschichte in der Luisenstadt

Vortrag von Dr. Andreas Splanemann
Mittwoch 8. Februar 2023 um 19:30 Uhr 
Treffpunkt: Stadtteilladen dialog 101, Köpenicker Str. 101, 10179 Berlin. U-Bahnhof Heinrich-Heine-Str.
 
Radio E82W von Huth Signalbau 1929Vor knapp 100 Jahren, am 29. Oktober 1923, wurde in Berlin der regelmäßige deutsche Unterhaltungsrundfunk gestartet. Das neue Radio begeisterte und interessierte das Publikum. Bereits ein Jahr später fand in Berlin die erste Große Deutsche Funkausstellung statt. In den Anfangsjahren des Radios war der weitaus größte Teil der deutschen Funkindustrie in Berlin beheimatet. Viele Unternehmen hatten in Kreuzberg und Mitte, so auch in der Köpenicker Straße in den 1920er Jahren ihren Sitz. Mit seinem Vortrag lädt Andreas Splanemann die Zuhörenden zu einer Zeitreise ins Jahr 1923 ein. Er schildert, mit welch einfachen Mitteln der Hörfunk in Berlin begann und wird uns u.a. Adele Proesler vorstellen, die als „Funkprinzessin“ zu den ersten und sehr wenigen Frauen des deutschen Rundfunks gehörte. Und immer wieder führen uns Wege in die Luisenstadt, wo es viele Anknüpfungspunkte zum Radio gab.

 

Dr. Andreas Splanemann: Historiker, Biologe und Radiojournalist, forschte u.a. zu Themen der Berliner Geschichte; seit 1992 Pressesprecher der ÖTV Brandenburg (seit 2001 ver.di-Landesbezirk Berlin-Brandenburg).

Es ist ein beglückendes Gefühl, Bücher machen zu können …

Gespräch mit Wieland Giebel, Leiter des Berlin Story Verlags, am 23.6.2021

BVL:    Unter dem Dach Berlin Story sind vielfältige Aktivitäten zur Geschichte Berlins zu finden: Seit 1997 bis 2016 Buchladen und Museum mit diversen Ausstellungen an verschiedenen Standorten Unter den Linden, seit 2014 der international bekannte Bunker mit Museum in Kreuzberg sowie der Berlin Story Verlag. Er hat seit 2015 seinen Sitz in der Luisenstadt, am Leuschnerdamm 7 mit Blick auf das Engelbecken.

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Video: Die Allianz Neue Waisenbrücke fordert die Fertigstellung bis 2025

Der Brückentag am 14. Mai 2021 – organisiert durch die Allianz Neue Waisenbrücke – wurde nun filmisch dokumentiert.

Im Youtube Channel des Stadtmuseums ist das 3:35 Minuten kurze Video veröffentlicht und trägt den Titel "Neue Waisenbrücke – Berlins historische Quartiere wieder verbinden":

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Verkehrsplanung für die Oranienstraße jetzt in diesem Film

Abbildung: Screenshot Youtube

Die planende STATTBAU GmbH hat im Namen und im Auftrag des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg einen Film zur Verkehrsplanung in der Oranienstraße online gestellt.

Der Beitrag ist Teil des umfänglichen Beteiligungsverfahrens und soll die daraus entwickelten Planungsergebnisse vorstellen.

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Fertigstellung der Laterne auf St. Thomas

Bild: Für Pfarrer Christoph Heil war eine seiner ersten Aufgaben die Segnung des Turmkreuzes beim Aufsetzen auf die Laterne am 31. März 2021 - in 55 Metern Höhe (Foto: Claudia Hertel)Weihnachts- und Winterpause erzwangen die Unterbrechung der Bauarbeiten. Die Wetterplanen wurden erst Ende Februar 2021 gelüftet für die Wiederaufnahme der Maurerarbeiten. Sie müssen allerdings zu jedem Feierabend erneut festgezurrt werden, weil immer wieder Frostnächte drohen.

Erst der März lässt längere Arbeitsperioden zu. Das sichtbare Sockelmauerwerk schließt in 3 Metern Höhe in einem dickeren Ring von Formsteinen ab. Hier endet der zweischalige Aufbau des Mauerwerks, das nun einschalig weiter aufgeführt wird.

Der Formsteinring bildet einen wulstförmigen Verzierungsring, der an der dicksten Stelle einen Durchmesser von 1,68 Meter aufweist. Die Formsteine sind speziell nach den abgebrochenen Originalen gebrannt worden. Auch die zur vertikalen Verzierung hochgeführten Halbrundsteine sind nachgefertigt und den Originalen gleich. Sie bilden 12 aufstrebende Verzierungslinien, die die konische Gestaltung des Schaftes betonen.

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