Der Luisenstädtische Kanal wurde seit 1845 gebaut. Er wurde in einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme angelegt und 1852 eingeweiht. Der Kanal erfüllte damals zwei Funktionen: erstens entwässerte er das durch Spreehochwasser bedrohte Umfeld und zweitens diente er als Transportweg für den neu entstehenden Stadtteil. Die Redensart „Berlin ist aus dem Kahn gebaut“ trifft hier wirklich exemplarisch zu. Mit den so genannten „Kaffenkähnen“ schaffte man alles Baumaterial heran, vom Mauerstein bis zu Sand und Kalk für Mörtel, vom Deckenbalken bis zur Schüttung vom Pflasterstein bis zum Kantstein. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert war die Bebauung seines Einzugsgebietes jedoch abgeschlossen. Und immer mehr erwies sich das brackige Kanalwasser als übel riechendes Ärgernis.

Also verfüllte man ihn, teils mit dem Schutt der neuen U-Bahnlinie, und der reformbewegte Gartenplaner Erwin Barth erhielt schließlich den Auftrag zur Umgestaltung in eine Gartenanlage. 1929 war die Einweihung. Der extrem dicht besiedelte Stadtteil hatte eine Oase, Kinder geschützte Spiel- und Freiräume und Erwachsene ihre Orte der Erholung.

Natürlich blieb diese Idylle vom Zweiten Weltkrieg nicht verschont, doch der schlimmste Schaden entstand ihr 1961 durch die Teilung der Stadt. Wo der Kanalzug die Bezirksgrenze zwischen Kreuzberg und Mitte markierte, errichtete die DDR die Mauer; man verfüllte und planierte ihn und schnitt auch hier Luisenstadt entzwei. Krasser konnte der Funktionsverlust nicht ausfallen: vom Verkehrsweg zum Sperrgebiet, vom Erholungsgebiet zur Wüste.

Auf Kreuzberger Seite war der Kanalzug noch sichtbar, führte allerdings ein (Mauer-) Schattendasein. Bezirk und IBA taten in den 1980er Jahren das Mögliche um ihn behutsam zu sanieren oder ihm eine Kur zu verpassen, die dem Zeitgeist entsprach. Die markanteste Umgestaltung geschah an seinem südlichen Ende.

Nach dem Fall der Mauer taten sich jedoch ganz neue Perspektiven auf. 1991, in einer „Hauruck-Aktion“ wie sie nur in Zeiten des Umbruchs passieren kann, pflanzten Bezirk und Umweltsenat die Lindenreihen entlang des Bethanien-, Engel-, Leuschner- und Legiendammes. Danach war die andere Option, nämlich Ausbau zur großen Ost-West-Autotrasse, aus der Welt geschafft.

In Sondierungsgrabungen mit der Gartendenkmalpflege entdeckte man einen Großteil der Kaimauern, aber auch große Teile von Treppen-, Brunnen und Beckenanlagen. Es folgte die mutige Entscheidung für eine Rekonstruktion des Rosengartens und des Immergrünen Gartens, dann des Waldpflanzengartens und des Engelbeckens. Weiteres erfahren Sie in den folgenden Abschnitten oder noch besser - bei einem Spaziergang durch den Ehemaligen Luisenstädtischen Kanal.


luisenstaedtischer-kanal-cover

Siehe auch "DAS Standardwerk zum 'Der Luisenstädtische Kanal' von Klaus Duntze"


 

 

Unsere Publikationen · Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Luisenstaedtischer Kanal Cover   Cover Die Luisenstadt
Lange vergriffen, wir haben es wieder herausgebracht: In einer um 24 Seiten erweiterten 3. Auflage. Bestellen Sie bei uns im Büro, im Buchhandel oder in Ihrer Buchhandlung - Mehr Info   Lange vergriffen, wir haben es erneuert und wiederaufgelegt. Bestellen Sie bei uns im Büro, im Buchhandel oder in Ihrer Buchhandlung - Haben Sie es schon? - Mehr Info
eisfabrik neu   Historischer Pfad Cover
Unsere Geschichts-Broschüre "Die Eisfabrik - gestern · heute · morgen". Viele historische, seltene Abbildungen. Hier formlos per eMail im Büro bestellen. Mehr Info   Unsere Geschichts-Broschüre "Ein historischer Pfad im Heinrich-Heine-Viertel". Viele historische, seltene Abbildungen. Hier formlos per eMail im Büro bestellen. Mehr Info

Lesen Sie unsere Leseproben hier und über Weitere Publikationen zur Luisenstadt


Engelbecken-Auflauf

Es herrscht tagelang sonniges Wetter und es ist beständig frostig. Nachts sinken die Temperaturen unter minus 10 Grad und auch tagsüber bleibt es unter dem Gefrierpunkt.

Die Schneeschicht lässt nur vermuten, dass das Eis auf dem Engelbecken dicker wird. Anfang der zweiten Februarwoche machen die ersten Jugendlichen Schritte auf die Schneefläche und testen die Tragfähigkeit.

Schon am nächsten Tag wird von ihnen ein Eishockeyquadrat mit Schneeschiebern freigelegt. Jetzt trauen sich auch ältere Anwohner und Eltern mit ihren Kindern aufs Eis.

Jahrelang ging das nicht, weil kein andauerndes Frostwetter geherrscht hatte. Doch jetzt fassen viele Leute Mut, weil fast die gesamte Wasserfläche eine tragende Fläche bildet und nur ein 2 Meter-Wasserloch vom Schwanenpaar besetzt und verteidigt wird.

Vormittags sind junge Leute mit Schlittschuhen und Eishockeyschlägern auf dem Eis und markieren ihre Spielfelder, nachmittags stören immer mehr Spaziergänger die Sportler und Eiskunstläufer.

Auf den Ufermauern kann man sich wunderbar bequem die Schlittschuhe anziehen und seine Straßenschuhe abstellen. Alles geschieht in Sichtweite, wenn nicht gerade wieder so ein lahmer Schlitten dazwischen steht und kleine Kinder Match und Bogenlauf behindern.

Weiterlesen ...

Online Lesung: "Als Hausbesetzerin vom Görli zum Tauthaus am Engelbecken"

Die Neuausgabe des Luisenstädischen Kanals von Dr. Klaus Duntze wird durch mehrere aktuelle und zeithistorische Beiträge ergänzt.

Käthe Kruse hat sich die Mühe gemacht, ihren Beitrag "Als Hausbesetzerin vom Görli zum Tauthaus am Engelbecken" zu lesen und als Videodatei Interessierten anzubieten.

Das Video kann hier direkt auf unserer Website gesehen werden ...

... oder auch mit diesem Link bei Youtube abgespielt werden:

www.youtube.com/watch?v=WG2ZGtACrdY


 

Weitere Infos zum Buch finden Sie hier

Weiterlesen ...

Nach dem Gutachten: Die ökologische Sanierung des Engelbeckens soll im Dialog mit den Anwohnern geschehen

So will es jedenfalls der Ausschuss für Umwelt, Natur, Verkehr und Grünflächen der Bezirksverordneten-Versammlung Mitte, der am 26. Januar 2021 tagte.

Aber der Reihe nach.

In der Sitzung wurden den Abgeordneten mehrere Experten-Gutachten zur Situation des Engelbeckens vorgestellt, die das Bezirksamt vor zwei Jahren in Auftrag gegeben hatte.

Über ein Jahr lang wurden die geohydrologischen Gegebenheiten, der Zustand des Wassers und der Sedimente in dem knapp ein Hektar großen Teich sowie die Entwicklung des dortigen Fischbestandes untersucht.

Wie kann man das unter saisonalem Wasserschwund und schlechter Wasserqualität leidende Kleinod inmitten der denkmalgeschützten Gartenanlage des Luisenstädtischen Kanals am besten ökologisch sanieren?


Für dieses Thema haben wir die Kommentarfunktion freigeschaltet, die finden Sie unterhalb des Beitrages. Dort finden Sie auch weitere Berichte aus anderen Medien.

Inzwischen wurde auch die Präsentation (Abbildung oben) als PDF Dokument veröffentlicht. Link unterhalb des Beitrages.


Weiterlesen ...

Kurz gefasst - Alle Meldungen - 2021

Alle bisherigen Kurzmeldungen aus 2021 auf dieser Seite im Überblick
Weitere Kurzmeldungen aus den vergangenen Jahren hier

Mehr: "Luisenstadt" googeln



    Februar 2021

  1. Das Bezirksamt teilt mit: am Mittwoch, 24.2., werden die Pegelmessrohre im Engelbecken abgebaut. Weitere Arbeiten sind nicht geplant
  2. "Lebensfreude, Energie und Sonne: Schlittschuhfahren auf dem Engelbecken" - Anwohner-Fotobericht von Wieland Giebel
  3. Als "Anregung" für das Bezirksamt: BVV Vorlage "Engelbecken" zur Beschlussfassung für die Sitzung am 9. Februar 2021 (PDF direkt)
  4. Andreas Böttger, Kommunalpolitiker aus der Annenstraße, klärt auf: "Superwahljahr 2021 in Berlin - Was wird da eigentlich gewählt?"
  5. Die Betroffenenvertretung Nördliche Luisenstadt setzt gemeinsam mit dem Stadtmuseum und anderen die "Initiative Waisenbrücke" fort
  6. Offiziell vom BA Mitte freigegeben: Präsentation "Das Engelbecken - Ergebnisse der gutachterlichen Untersuchungen im Zeitraum 2019/20"
  7. Unser Newsletter für Februar 2021 ist raus. Bitte schauen Sie in Ihre Mailbox. Bisherige Newsletter hier im Archiv
  8. Nach dem Gutachten. Unser Bericht: Die ökologische Sanierung des Engelbeckens soll im Dialog mit den Anwohnern geschehen
  9. Verkehr wird weiter gewendet. Berlin entschied über bundesweit erstes Fußgängergesetz

  10. Januar 2021

  11. Unseren Newsletter für Januar 2021 können Sie nun auch online nachlesen. Melden Sie sich doch für die kommenden Vereinsnachrichten an
  12. Unsere Betroffenenvertretung hat wieder in einer Online Videokonferenz getagt. Lesen Sie das "Januar"-Protokoll hier
  13. Wir haben eine neue Leseprobe eingestellt. Und beginnen mit einigen eiskalten Seiten aus unserer Eisfabrik-Broschüre: Als die Spree noch zufror
  14. DAS Standardwerk "Der Luisenstädtische Kanal" ist jetzt wieder erschienen. In einer aktualisierten und erweiterten 3. Auflage. Im Handel und abzuholen bei uns im Bürgerverein
  15. Sommer 2020 am Spreeufer. Für diesen künstlerischen 16mm-sw-Kurzfilm haben wir das Material gesponsert: Nicht wundern, ist ohne Ton
  16. TEMPO 30 in der Köpenicker Straße! Eine Aktion unserer Betroffenenvertretung für die Anwohner der Verkehrshölle in der Luisenstadt Nord
  17. Fünf Monate schmorte ein Antrag der FDP zum Engelbecken im Ausschuss für Umwelt, Natur, Verkehr und Grünflächen. Drucksache 2601/V
  18. Guten Morgen. Der Berliner Kurier gräbt jetzt im Winter eine Sommerposse aus: "Mord am Engelbecken, oder: Eine Berliner Verschwörung"
  19. Wir wandern zur STATION 5 unseres "Historischen Pfades" durch das Heinrich-Heine-Viertel. Volker Hobrack berichtet vom Leben an der Mauer
  20. Unser Januar-Newsletter ist raus. Schauen Sie in Ihre Mailbox. Noch nicht dabei? Melden Sie sich im Newsletter Archiv an für den Bezug
  21. Auch die monatlichen Beratungen unserer Betroffenenvertretung finden in Videokonferenzen statt. Hier das Protokoll vom Dezember-Treff
  22. Die ecke No. 6 für Dez 20 und Jan 21 und auch wir vom Bürgerverein wünschen erholsame, ruhige und schöne Feiertage, eine Guten Rutsch und ein Gesundes Neues Jahr. Die ecke hier lesen/herunterladen

 

{jcomments off}

 

St. Thomas Rekonstruktion: Viel Arbeit noch vor der Weihnachtspause

 

Der Tambour auf der St. Thomaskirche.
Trotz Winterbeginn wird bis zur Weihnachtspause noch viel Maurerarbeit in luftiger Höhe geleistet.

Volker Hobrack berichtet über den Fortschritt der spannenden Rekonstruktion der Kirche


Wie es begann


Wenn man heute - im November 2020 - vom Ostbahnhof kommend über die Schillingbrücke fährt, sieht man die markante Silhouette der Thomaskirche.

Man sieht auch bei näherer Distanz die Gerüste an beiden Seiten der Kirche, die bis über die Kuppel reichen...

Weiterlesen ...

Historische Fußtour No 10: Gewerbehöfe in der Luisenstadt

Auch bei Corona Lockdown -
Spazierengehen ist möglich

> Wege-Skizze der Tour durch die Gewerbehöfe. Wiederholen Sie die Tour an einem Werktag - dann sind die Höfe meistens geöffnet. (Abbildung ist gedreht!)


Leseprobe *)

Historische Fußtour No 10: Gewerbehöfe in der Luisenstadt

Von und mit Frank Eberhardt, Vereinsgründer und erster Vorstand unseres Bürgervereins Luisenstadt

Die Gewerbehöfe in der Rungestraße und Ohmstraße, der Victoriahof, die Stockhöfe, das ehemalige Gewerkschaftshaus, Pelikanhaus, Engelbecken-Hof, Ritterhof, Wassertorplatz und der Elisabethhof sind die zehn interessanten Stationen.

Die Leseprobe beginnt hier

Weiterlesen ...