Bürgerverein Luisenstadt e.V.

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EisfabrikProgrammheft des Theaters in der Kommandantenstraße, Dezember 1938 © PrivatbesitzVortrag von Dr. Bjoern Weigel

Donnerstag, 17. Oktober 2024          19:30 Uhr

Ort : Stadtteilladen dialog 101, Köpenicker Str. 101, 10179 Berlin

Der Kulturbund Deutscher Juden war im nationalsozialistischen Deutschland eine von jüdischen Initiatoren ins Leben gerufene Selbsthilfeorganisation für vom Berufsverbot betroffene jüdische Künstler. Er wurde als Notgemeinschaft am 17. Juli 1933 unter stürmischem Andrang in der Synagoge in der Prinzregentenstraße in Berlin-Wilmersdorf eröffnet. Ziel war es, den vom kulturellen und geistigen Leben ausgeschlossenen Juden eine Organisation zu geben, in der jedes eingeschriebene Mitglied – und nur solche hatten Zutritt zu den Veranstaltungen – pro Monat eine Theaterdarbietung, ein Konzert und einen Vortrag besuchen konnte. Mit der Genehmigungspflicht aller Veranstaltungen gegenüber der Reichskulturkammer sowie dem angeordneten Besuchsverbot für Nicht-Juden war der Kulturbund sowohl ein wesentlicher Schritt in die kulturelle Isolation der Juden als auch ein Instrument der Selbstbehauptung.

 

 

Die Nazis duldeten den Kulturbund bis 1941 und setzten ihn zur Kontrolle und Isolierung der jüdischen Künstler ein. Veranstaltungen des Kulturbundes fanden vor allem in Berlin fast täglich statt. Spielort von 1935 bis 1941 war das Gebrüder-Herrnfeld-Theater in der Kommandantenstraße 57. Nach der Zwangsauflösung des Kulturbunds am 11. September 1941 durch die Gestapo – die Deportation der jüdischen Bevölkerung Berlins hatte bereits begonnen, ihre Vernichtung in den besetzten Gebieten Osteuropas war längst im Gange – endete jüdisches kulturelles Leben in Berlin fast vollständig.

Der Vortrag beleuchtet die Geschichte des Kulturbundes sowohl als kulturellen Möglichkeitsraum angesichts antisemitischer Staatsdoktrin wie auch als ein einmaliges wirtschaftliches Experiment in der Geschichte Berlins und Deutschlands.

BjoernWeigel c Melanie SapinaDr. Bjoern Weigel studierte Geschichte und Germanistik an der Technischen Universität Berlin. Seit 2011 wissenschaftlicher Leiter des Bereichs Ausstellungen und Veranstaltungen bei der Kulturprojekte Berlin GmbH: Konzeption und inhaltliche Leitung diverser Berliner Themenjahre, Veranstaltungsreihen und Aktionen, Kurator berlinweiter Open-Air-Ausstellungen. Promotion 2016.
























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    Falls es vorher viel geregnet hat, fällt der Termin aus. Bitte schauen Sie auf der Webseite nach.
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