Tag des Offenen Denkmals am 7.+8. Sept. 2024
EisfabrikSamstag, 07.09.2024 10:00 - 17:00 Uhr
Sonntag, 08.09.2024 10:00 - 17:00 Uhr
Die Norddeutschen Eiswerke waren die größten Natureisproduzenten Deutschlands. Ab 1896 wurde hier künstliches Eis hergestellt und ab 1914 Stangeneis: Die Eisstangen von ca. 20x20 cm (bei bis zu 1,5 m Länge) wurden z.B. an Brauereien, Kneipen, Obsthandlungen geliefert. Zur Fabrik gehörten auch mehrere Kühlhäuser, die mit Kork gedämmt waren. 1995 wurde der Betrieb eingestellt. Nach Sanierung ist das Denkmalareal für die Öffentlichkeit zugänglich. Ein ehem. Kühlhaus wird wieder gewerblich genutzt.
Der Kulturbund Deutscher Juden in der Luisenstadt
Programmheft des Theaters in der Kommandantenstraße, Dezember 1938 © PrivatbesitzVortrag von Dr. Bjoern Weigel
Donnerstag, 17. Oktober 2024 19:30 Uhr
Ort : Stadtteilladen dialog 101, Köpenicker Str. 101, 10179 BerlinDer Kulturbund Deutscher Juden war im nationalsozialistischen Deutschland eine von jüdischen Initiatoren ins Leben gerufene Selbsthilfeorganisation für vom Berufsverbot betroffene jüdische Künstler. Er wurde als Notgemeinschaft am 17. Juli 1933 unter stürmischem Andrang in der Synagoge in der Prinzregentenstraße in Berlin-Wilmersdorf eröffnet. Ziel war es, den vom kulturellen und geistigen Leben ausgeschlossenen Juden eine Organisation zu geben, in der jedes eingeschriebene Mitglied – und nur solche hatten Zutritt zu den Veranstaltungen – pro Monat eine Theaterdarbietung, ein Konzert und einen Vortrag besuchen konnte. Mit der Genehmigungspflicht aller Veranstaltungen gegenüber der Reichskulturkammer sowie dem angeordneten Besuchsverbot für Nicht-Juden war der Kulturbund sowohl ein wesentlicher Schritt in die kulturelle Isolation der Juden als auch ein Instrument der Selbstbehauptung.
Berühmte Gewerkschaftler in der Luisenstadt
© Volker Hobrack
Vortrag von Dr. Andreas Splanemann
Donnertag, 14. November 2024 19:30 Uhr
Ort : Stadtteilladen dialog 101, Köpenicker Str. 101, 10179 BerlinDrei bekannte Gewerkschaftsführer werden seit 1947 bzw. 1978 mit Straßennamen entlang des Grünzugs Luisenstädtischer Kanal geehrt. Außerdem sind in diesen Parkanlagen auch Büsten für diese Männer aufgestellt worden.
Straßennamen in der Luisenstadt im Wechsel der Zeitläufe
© Volker Hobrack
Vortrag von Jürgen Karwelat
Donnerstag, 05. Dezember 2024 19:30 Uhr
Ort: Stadtteilladen dialog 101, Köpenicker Str, 101, 10179 BerlinStraßennamen gibt es in Berlin erst seit dem 18. Jahrhundert. Sie dienen der allgemeinen Orientierung und im Besonderen der Auffindung von Wohnstätten von Anwohnern, von Veranstaltungsorten, Arbeitsorten, Erholungsorten u.a.
Straßennamen sind aber gleichzeitig oft manifestierte Erinnerungen an historische Ereignisse und Personen. Um- und Rückbenennungen bieten einen einmaligen und besonderen Blick auf die Geschichte der Stadt unter den verschiedenen, sich verändernden
gesellschaftlichen Bedingungen.
Nachlese: Open-Air-Ausstellung zur Geschichte der Eisfabrik
Die Open-Air-Ausstellung zur Geschichte der Eisfabrik, die wir zum Tag des offenen Denkmals 2020 auf der Köpenicker Straße zeigten, ist auf reges Interesse gestoßen.
An beiden Tagen und bei schönstem Spätsommerwetter schauten sich jeweils um die 50 Personen die vielen Informationstafeln und Abbildungen über die Geschichte der Eisgewinnung und die des Denkmalensembles an.
Viele Gespräche wurden mit den anwesenden Mitgliedern des Bürgervereins geführt, insbesondere mit Peter Schwoch, der seit vielen Jahren unermüdlich weiter zur Vergangenheit der Eisfabrik forscht und die Fortschritte bei den aktuellen Bauarbeiten auf dem Grundstück verfolgt.
Dank einer Zuwendung aus der Stadtteilkasse von Berlin-Mitte konnte bei der Vorbereitung der Ausstellung ein weiterer Teil der Informationen auf Kunststoffplakate gedruckt werden, was den Auf- und Abbau und die Ansehnlichkeit der Ausstellung wesentlich verbessert hat.
Vielen Dank noch einmal an die Stadtteilkoordinatorin der Stadtteilkasse, Frau Dr. Sylvia Euler!
Die Eisfabrik in Kürze
Die Eisfabrik der Norddeutschen Eiswerke - heute ein Denkmalensemble - zeigte einst in einmaliger Komplexität die Geschichte der Kälteindustrie. Von der Eisgewinnung am Rummelsburger See bis zu den ersten Großkühlhäusern Deutschlands konnte hier die Entwicklung nachverfolgt werden. Der heutige Eigentümer, die Treuhandliegenschaftsgesellschaft (TLG), ließ bereits im Jahr 2010 die Kühlhäuser, den größten Gebäudeteil, abreißen. Darauf folgten Bürgerproteste und seitens der TLG anscheinender Verhandlungswille
Das Denkmal ist auf Grund von Spekulation und schlangestehenden Investoren aktuell akut gefährdet, eine positive Entwicklung nicht absehbar. Für eine denkmalgerechte Entwicklung ist ö entlicher Druck notwendig.

