Bürgerverein Luisenstadt e.V.

Einladung zum Kiezfest in der Luisenstadt


Wasserthorstraße 27: Wohltätiges Crowdfunding 1865

Auch bei Gelegenheit des Unglücks in der Wasserthorstr. 27 zeigte sich wieder in voller Pracht das für Wohltätigkeit offene Herz der Berliner:

Im Nu wurden Spenden für die Verletzten und die Hinterbliebenen gemeldet, an belebten Plätzen der Stadt wurden Sammelbüchsen aufgestellt, die klingenden Ertrag brachten und - wie in einer Großstadt nicht zu vermeiden - auch Gauner animierten, aus der Welle des Mitleids Gewinn zu ziehen.

So wurde dann eigens ein ehrenamtliches Zentralkomitee ins Leben gerufen, das Spenden befugt entgegennahm und nach dem Grad der Bedürftigkeit verteilte.

Es kamen über 25.000 Taler zusammen, darunter auch eine Zuwendung von 500 Talern aus der Privatschatulle König Wilhelms I., der außerdem in einem Handschreiben der Berliner Feuerwehr seinen besonderen Dank für ihren hervorragenden Einsatz anläßlich des Einsturzunglücks aussprach und Verdienstmedaillen und Geldgeschenke an die Feuerwehrleute verteilen ließ.

Der ansonsten sehr sittenstrenge Konsistorialrat Bachmann zeigte darüberhinaus ungewohnt viel Verständnis für einen konkreten Fall von Sittenverderbnis bei der arbeitenden Klasse:

Er teilte öffentlich mit, daß er sich selbst davon überzeugt habe, daß der tödlich verunglückte Tischlergeselle Helms, der in wilder Ehe gelebt hatte, nur durch die Schwierigkeiten der geltenden Gesetze an der kirchlichen Einsegnung seines Familienlebens gehindert worden sei - die Frau und Helms' Kinder seien also wie normale Hinterbliebene zu behandeln.

Erhebliche Irritationen rief andererseits die Großzügigkeit des Zentralkomitees hervor, nachdem die Presse bekanntmachte, daß es aus den wohltätigen Zwecken zugedachten Geldern auch Unterstützungsbeträge an den Hauseigentümer, Tischlermeister Schulz, und den Auftraggeber der Jacob'schen Messinggießerei, Nähmaschinenfabrikant Böcke, zahlte - weil die doch immerhin wegen materieller Verluste auch Leidtragende seien...

Der Sinn für Wohltätigkeit in der Oberklasse und den Mittelschichten verwischte allerdings nicht das verbreitete ungute Gefühl über die Bauqualität der in den letzten Jahren wie Pilze aus der Erde geschossenen Massenquartiere in den proletarischen Wohnvierteln, insbesondere denen im sogenannten Weberviertel in der Stralauer Vorstadt und denen in der Luisenstadt.

  • Es wird grün in der Luisenstadt. Sehr schnell sogar.

    PXL 20240408 0849380852Die Grundwasservorräte sind z.Z. ausreichend für das Stadtgrün. Ab Juli wird das erfahrungsgemäß anders aussehen und die Straßenbäume sind auf unsere Hilfe angewiesen, damit sie uns Schatten und Sauerstoff spenden können. Unsere Umgebung kann für uns alle nur lebenswert bleiben, wenn das Stadtgrün seine Lebenskraft nicht verliert. Die AG GRÜN FÜR LUISE wird wieder für Zapfstellen und Gerät sorgen und lädt wieder Anwohner und Nachbarn zu unseren Gießaktionen ein.

    Gemeinsam schaffen wir mehr! Machen auch Sie mit und notieren sich schon jetzt die Termine:
    Auf dem Heinrich-Heine-Platz: immer sonntags jeweils um 17 Uhr 16. Juni, 07. Juli, 28. Juli, 18. August, 08. September
    Auf dem Michaelkirchplatz: immer mittwochs jeweils um 17 Uhr am 26. Juni, 17. Juli, 07. August, 28. August, 18.
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ecke jun juli"ecke köpenicker" ist eine Zeitung, erscheint achtmal im Jahr kostenlos und wird herausgegeben vom Bezirksamt Mitte, Stadtentwicklungsamt, Fachbereich Stadtplanung.