ALS DIE TAGE ZU NÄCHTEN WURDEN - BOMBEN AUF DIE LUISENSTADT
Alle Befürchtungen wurden schauerliche Realität, als 1943 der Bombenkrieg um Berlin begann. Unter den vielen Angriffen, die die Luisenstadt trafen, war der schlimmste der Angriff vom 3. Februar 1945, die Zerstörung der Luisenstadt aus der Luft drei Monate vor dem Kriegsende.
Am Morgen des 3. Februar waren von Südengland aus 1000 amerikanische Langstreckenbomber nach Berlin gestartet, beladen mit über 2000 Tonnen Spreng- und ca. 250 Tonnen Brandbomben. Gegen 10.30 Uhr traf die erste über Berlin ein und begann ihr Zerstörungswerk, gegen 11.50 Uhr legte die zweite Welle ihre Bombenteppiche über den gesamten Bereich der Innenstadt. Die größten Zerstörungen verursachten die Brände, die große Teile der Luisenstadt erfassten und vier Tage lang wüteten.
Das „Exportviertel Ritterstraße“ und die nördliche Luisenstadt wurden fast völlig ausgelöscht. Die Verflechtung von Wohnen und Stätten der Rüstungsproduktion auf den einzelnen Grundstücken wirkte besonders verheerend. …
Auf der Flucht vor den Flammen und bei der Suche nach Familienangehörigen spielten sich erschütternde Szenen ab. Ein zwölfjähriger Junge, der damals Brandwache in seiner Schule in der Stallschreiberstraße halten musste, erlebte die Zerstörung seiner Schule durch Spreng- und Brandbomben. Er flüchtete sich in das noch unzerstörte Elternhaus und mit seiner Familie durch das Inferno von Flammensturm, brennendem Asphalt über Trümmer und Leichen in den Friedrichshain auf der anderen Seite der Spree und zum Haus der Großmutter.
Foto: Bomben , Archiv BVL/Postkarte
Zwischen 2894 (nach Angaben des Oberkommandos der Wehrmacht) und 20 000 (Schätzung der Amerikaner) Menschen starben bei dem Angriff, über 20 000 wurden verletzt und 120 000 wurden obdachlos. 360 Betriebe waren total zerstört, weitere 170 wiesen starke Schäden auf. Zerstört wurde auch die Luisenstadtkirche, in deren Katakomben 64 Menschen, die meisten davon Kinder, ums Leben kamen, auch die Frau des Pfarrers Themel. An dem Ort der 1964 abgerissenen Ruine hat der Bürgerverein Luisenstadt e.V. 2002 eine Gedenkstele errichtet.
Mit dem Vernichtungsschlag vom 3. Februar 1945 war die alte Luisenstadt für immer dahin. Die Zerstörungen im nördlichen Teil waren so stark, dass das Gebiet für den öffentlichen Verkehr gesperrt wurde. Es sollte sogar ummauert werden, aber man beschränkte sich auf Mauersperren an den Eingängen mit der Aufschrift: »Straße gesperrt, Betreten verboten, Lebensgefahr!« und auf die Bewachung durch Polizeiposten. Die wenigen Bewohner und die in noch bestehenden Fabriken Arbeitenden bekamen Passierscheine. Kleinere Betriebe wurden zum Umzug gedrängt; man schaltete ihnen den Strom ab. Straßenbahnen durften das Gebiet nur ohne Halt durchfahren. Hinter der offiziellen Begründung für die Abriegelung, dass man die Einrichtung von Notunterkünften und den »Unterschlupf krimineller Elemente« verhindern wolle, stand die Angst, die
300 000 Zwangs- und Fremdarbeiter könnten sich bei Fluchtversuchen in der weitläufigen Ruinenlandschalt verstecken.
Auszug aus: Klaus Duntze „Der Luisenstädtische Kanal“, 3. Auflage, Berlin Story Verlag 2021, S. 269 ff
Berlin und Luisenstadt 1865 - Pfusch am Bau und Hauseinstürze
Essay von Kurt Wernicke
Unser historischer Bericht von Kurt Wernicke über die "Moritzplatz-Krawalle" und den Berliner Mieterprotest im Jahr 1863 erfreut sich großen Interesses und wird häufig angeklickt (hier lesen). Nun haben wir einen weiteren spannenden "Erlebnisbericht" von Kurt Wernicke erhalten - der spielt zwei Jahre später, schildert den Baupfusch um das Jahr 1865 herum... vor allem das traurige Unglück in der Wasserthorstraße 27 ...
Auch die Baugeschichte Berlins ist von dem unschönen Phänomen der Bauschlamperei nicht frei:
Immer mal wieder hat es Einstürze im Bau befindlicher oder gerade erst fertiggestellter Gebäude gegeben, und nur die spektakulärsten - wie etwa der Einsturz des Turmes vor der Neuen Kirche auf dem Gendarmenmarkt unter der architektonischen Leitung von Carl Gotthard v. Gontard am 25. Juli 1781 - sind in die Berliner Geschichte eingegangen. Im Herbst 1865 häuften sich Einstürze von und an Neubauten allerdings in einer Art, daß den Berlinern angst und bange wurde.
Geplant - aber verschoben: Unsere Führung durch die Späth‘schen Baumschulen
Diese von unserer AG Geschichte für Sa 25. April 2020 geplante Führung über das historische Gartengelände in Berlin-Treptow fällt leider zu diesem Termin erst einmal aus und wird "auf später" verschoben.
Bild oben: Von Franz Späth 1874 erbautes Herrenhaus. Heute Gebäude des Instituts für Spezielle Botanik der Humboldt-Universität (Foto: Daniela Incoronato)
Sie sind das älteste produzierende Unternehmen Berlins und eine "echte Berliner Pflanze" mit großer Geschichte: die Späth’schen Baumschulen. 1720 wurde das Traditionsunternehmen von Christoph Späth vor dem Halleschen Tor gegründet. Sein Sohn Carl verlegte die Gärtnerei 1760 in die Luisenstadt an die Köpenicker Straße. 1864 erfolgte der erneute Umzug an den heutigen Standort in Berlin-Treptow. Hier entwickelten sich die Späth’schen Baumschulen zur einst größten Anzucht-Baumschule der Welt. Hier traf sie die volle Dramatik der historischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts.
Die Führung gibt Einblick in die historischen Gebäude und Pflanzen ebenso wie in die aktuellen Entwicklungen auf dem Gelände.
Sie können aber auch jederzeit individuell dort vorbeischauen ... Späth ist "systemrelevant" und geöffnet. Und so siehts dort aus ... kleiner Rundblick bei einem Besuch per Fahrrad:
Geschichte wiederholt sich: Die "Moritzplatz-Krawalle" - Berliner Mieterprotest 1863
Aus "Die Luisenstadt - Geschichte und Geschichten über einen alten Berliner Stadtteil"
Erschienen erstmals 1995, Reprint 2017
Original-Text, alte Rechtschreibung:
In der Mitte der vierziger Jahre des 19. Jahrhunderts erlaubte die Lage auf dem Wohnungsmarkt den Hausbesitzern und Vermietern in Berlin, unverschämte Mietkontrakte zu verlangen. Unverhüllt wurden Anlässe für Exmittierung vor Ablauf des Mietverhältnisses geschaffen, um dafür willfähigere und zahlungskräftigere Mieter einziehen zu lassen.
Dokumentarfilm "Café Nagler" am Moritzplatz hier anschauen
Filmtipp - Geschichte in der Luisenstadt
Befinden Sie sich in diesen unruhigen Zeiten auch sicher zu Haus?
Wir haben hier einen schönen Luisenstadt-Filmtipp für Sie, der sich gleich per Klick bequem daheim anschauen lässt.
Die Geschichte diees Dokumentarfilms zusammengefasst erzählt:
Unsere Broschüre zur Geschichte der Eisfabrik
Im September 2019 und pünktlich zum Tag des offenen Denkmals ist eine neue Broschüre unseres Bürgervereins zur Geschichte der Eisfabrik der Norddeutschen Eiswerke in der Köpenicker Straße 40-41 erschienen.
Das Zustandekommen der Broschüre ist dem hartnäckigen Engagement unseres Mitglieds Peter Schwoch zu verdanken, der sich über Jahre unermüdlich für den Erhalt des denkmalgeschützten Ensembles eingesetzt hat.
Gleichzeitig sammelt Peter Schwoch seit Jahren historisches Material zur Geschichte der Köpenicker Strasse und stellt so die Bedeutung des Erhalts dieses Industriedenkmals als Symbol für die Entwicklung dieses ganzen Bezirks ab dem Ende des 19. Jahrhunderts in einen historischen Kontext.
Berliner Bürgervereine fordern: Bauherrenvielfalt und Rekonstruktionen am neuen Molkenmarkt!
Nach über zwanzigjähriger Planungszeit wurde der Bebauungsplan für den Molkenmarkt und das Klosterviertel festgesetzt. Der Plan nimmt einen erkennbaren Bezug zu dem historischen Stadtgrundriss, verzichtet jedoch darauf, die ehemals geplante Kleinteiligkeit der Parzellen festzulegen.
Aus politischer Sicht will man die Grundstücke nicht mehr an einzelne private Bauherren verkaufen, sondern je eine große Parzelle an zwei städtische Wohnungsbaugesellschaften und eine rückübertragene kleine Parzelle an einen privaten Bauherren vergeben. Mit dieser Maßnahme soll preisgünstiges Bauen ermöglicht werden.
Fünf Berliner Bürgervereine finden das überhaupt nicht gut und melden sich mit einer erneuten, dringlichen Forderungen an die Baupolitiker...
Rezension von "Warum ich Nazi wurde" - Biogramme früher Nationalsozialisten
Neuerscheinung: Biogramme früher Nationalsozialisten - Die einzigartige Sammlung des Theodore Abel
Dorothea Krause, Mitglied im Bürgerverein Luisenstadt, hat dieses fast 1.000-seitige Werk gelesen und sich genauer angeschaut. Herausgegeber der Sammlung "Warum ich Nazi wurde" ist Wieland Giebel vom BERLIN STORY VERLAG, der ebenfalls als Mitglied unseren Bürgerverein unterstützt.
Am Samstag, den 23. März 2019, stellt Herausgeber Wieland Giebel, ebenfalls Mitglied in unserem Bürgerverein, das Buch persönlich in der Buchhandlung Moritzplatz vor. Info hier
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Wer sich fragt, wie es möglich wurde, dass das verbrecherische Nazi-System überhaupt an die Macht kommen konnte, sollte dieses Buch lesen.
Man weiß ja, dass Hitlers Nationalsozialistische deutsche Arbeiterpartei NSDAP so stark war, dass sie über normale Wahlen in den Reichstag gekommen ist. Sie wird zweitstärkste Partei bei der Reichstagswahl 1930. Zu Hitlers "Machtergreifung" kam es am 30. Januar 1933. Erst danach konnte Hitler ja den Reichstag auflösen und die Immunität der Abgeordneten aufheben.
Wiederaufgelegt: "Die Luisenstadt - Geschichte und Geschichten über einen alten Berliner Stadtteil"

Im Oktober 2017 hat unser Bürgerverein Luisenstadt dieses lange vergriffene, beliebte "Geschichtenbuch" der Luisenstadt wieder herausgegeben. Versehen mit einer neuen Umschlagbroschur können Sie diese einmalige "Bibel" unseres Stadtteils aus dem Jahr 1995 nun wieder erwerben
Lesen Sie hier auch heute noch interessante Auszüge aus dem Buch in unserer neuen Serie "Historische Fußtouren in der Luisenstadt aus den 90er Jahren"
Die folgende Rezension von Andreas Lohse fanden wir in der "Drucksache - Magazin der Erneuerungskommission Kottbusser Tor" Nr. 5/6 vom 2.6.1995. Viele Ausgaben der legendären "Drucksache" sind als PDF online zugänglich im Digitalen Archiv des FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museums:
Ein neues Buch will "über die gemeinsame Geschichte eine Bindung zwischen den Bürgern dieses Stadtteils erreichen, das Heimatgefühl stärken und helfen, Widersprüche aufzuheben", wünscht sich der Redakteur Frank Eberhardt in seinem Vorwort - nichtssagende Schlagworte, derer es überhaupt nicht bedurft hätte.
Das Büchlein selbst nämlich spricht Bände und ist spannend und amüsant für diejenigen, die sich mit eben jenen Orten und Plätzen beschäftigen mögen, die sie täglich beschreiten, mit den Gegenden, von denen auch das Tagesgeschäft geprägt wird.Die Beiträge sind oft bildreich geschrieben, bieten historische Daten und Fakten und entbehren zumeist jeglichen Schnaufens langatmiger, historischer Beschreibungen:
Die Menschen werden nicht als datensichere Fakten behandelt, denen eine geschichtliche Aktion zu geordnet wird, sondern sie sind Teil eines historischen Prozesses, dessen Ende schließlich einen Eintrag ins Geschichtsbuch erfordert.
In dem Buch werden nicht nur Beschreibungen des Lebens in den vergangenen Jahrhunderten gegeben, sondern auch das aktuelle Geschehen der jüngsten Jahrzehnte beschrieben, so zum Beispiel, wie sich das Frauenstadtteilzentrum in der 1981 besetzten ehemaligen Schokoladenfabrik mühsam von der Idee bis zum Projekt entwickelte, das in "seiner Größe und Form kein zweites findet" (so die Autorin Elke Müller, seit vielen Jahren Kreuzberger Künstlerin und Fotografin).
Andere Geschichten beschäftigen sich mit Kirchen und Friedhöfen, Straßen, Handwerkern und dem Luisenstädtischen Kanal, Honoratioren und Militärgeschichte fehlen eben so wenig wie der Mieteraufstand am Moritzplatz von 1863.
Die meisten der zahlreichen Autoren und Autorinnen schreiben erfreulich kurzweilig, und dank des Stichwortverzeichnisses lassen sich zu speziellen Personen oder Objekten auch einzelne Beiträge gezielt heraussuchen, was das Schmökern und Stöbern erleichtert.
Wer die Luisenstadt haut nah erleben will, kann an Hand einiger vorgeschlagener Touren und Routen zu Fuß auf Spurensuche gehen.
Bedauerlich ist, dass die in den Texten eingestreuten Fotos durchweg mangelhaft reproduziert wurden. Auch der graue, düstere Einband steht hinter dem Inhalt weit zurück und macht den Eindruck, als habe man in irgendeiner Ecke noch Rest-kartonagen aus Kriegszeiten gefunden. Ein liebevollerer Umgang mit dem, was auf den ersten Blick animieren soll, hätte dem Werk und seinen Lesern gut getan - das Auge liest schließlich mit.
Und eine heutige Stimme zur Reprint-Ausgabe des Buches vom Luisenstädter Lorenz Maroldt:
"Die Luisenstadt kenne ich seit Anfang der achtziger Jahre: eine Wohnung in der Sebastianstraße mit Blick auf den Mauerstreifen, Recherchen im Rock-archiv am Bethaniendamm, Kneipen im Schummerlicht.
Heute lebe ich etwas weiter nördlich am Schulze-Delitzsch-Platz: Einkaufen in der Annenstraße, den Frühling begrüßen am Engelbecken, Spaziergänge zwischen Altbauten, Plattenbauten und Neubauten, mit den die Kriegs- und Teilungslücken gefüllt wurden.
Mit den Jahren wuchs das Bedürfnis, mehr über diese zentrale und doch ein wenig vergessenen wirkende Ecke Berlins zu erfahren. Das vorliegende Buch erfüllt diesen Wunsch ganz exzellent:
Seit ich es gelesen habe, laufe ich mit einem anderen Blick durch die Straßen der Luisenstadt, die reich ist an Geschichte - und an Geschichten."
Lorenz Maroldt ist Chefredakteur des TAGESSPIEGEL Berlin
Die Luisenstadt. Geschichte und Geschichten über einen alten Berliner Stadtteil.
Autoren: Frank Eberhardt, Stefan Löffler u.a.
Berlin 1995, Edition Luisenstadt, überarbeitet und 2017 als Reprint neu herausgegeben vom Bürgerverein Luisenstadt,
Umfang 300 Seiten, Klappenbroschur, 19.95 Euro
> ISBN 978-3-957-23-125-3
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Foto-Galerie: Die Heinrich-Heine-Siedlung im Aufbau der 60er Jahre
Fotos: Privatarchiv Bunke / Bürgerverein
Die ersten Jahre - die Heinrich-Heine-Siedlung entstehtFrau Ingeborg Bunke aus der Annenstraße stellte uns freundlicherweise diese seltenen Bilder zur Verfügung. Zeigen die mehr als 50 Jahre alten Bilder die geteilte Luisenstadt nun vor oder hinter der Grenze? Eine Frage des Betrachter-Standortes. Sie zeigen die Jahre kurz nach dem Aufbau der Heinrich-Heine-Siedlung auf dem Gebiet der völlig vom Krieg zerstörten Luisenstadt und die ersten Tagen, nachdem dort Bewohner und das Leben dort einzog. Ein absoluter Kontrast sind diese Bildmotive zur Luisenstadt auf der anderen Seite der Mauer, wo Kreuzberg SO 36 der Gefahr des völligen Abbruchs entgegen dümpelte.
Sollten auch Sie eigene historische Fotos der Luisenstadt mit uns und den heutigen Luisenstädtern teilen wollen, schreiben Sie uns bitte:
Buch zur Luisenstadt: Preußen am Schlesischen Tor - Die Geschichte der Köpenicker Straße 1589-1989

Bereits im Februar diesen Jahres anlässlich unserer Jahresversammlung vernahmen Mitglieder und Freunde unseres Bürgervereins einen historischen Streifzug durch die wohl wichtigste Straße der Luisenstadt - der Köpenicker Straße vorgetragen vom Historiker und Autor: Dieter Hoffmann-Axthelm hat nun sein über 3 Pfund schweres Geschichtswerk mit mehr als 500 Seiten und 300 Abbildungen veröffentlicht.
Do 16·April 2015: Vortrag - Vor 70 Jahren – der Luftangriff auf Berlin am 3. Februar 1945
Zu den schwersten einzelnen Luftschlägen des Zweiten Weltkrieges gegen eine Stadt zählt der wesentlich durch amerikanische Bomber durchgeführte Tagesangriff am 3. Februar 1945.
Bei klarem Wetter wurde von den in vier Wellen anfliegenden ungefähr 900 Maschinen vor allem die an das Stadtzentrum südlich anschließenden Stadtviertel ins Visier genommen, auch die Luisenstadt wurde innerhalb einer guten Stunde zwischen 10.45 und 12.00 Uhr weitgehend verwüstet.
Die genaue Gesamtzahl der Todesopfer konnte nie ermittelt werden, da sich zahlreiche Flüchtlinge aus dem Osten in dem Gebiet aufhielten. Es ist mithin von mehr als 2000 Menschen auszugehen.
Auf der Suche nach Ihren historischen Fotos der Luisenstadt
Unsere Arbeitsgruppe Geschichte sucht für Projekte in Planung alte Fotos aus der Luisenstadt. Besonders interessieren uns Fotos von Straßenzügen, von durch Krieg und Sanierung nicht mehr vorhandenen Gebäuden, Neubauten, Wahrzeichen der Luisenstadt, Szenen aus dem Alltagsleben, Ablichtungen besonderer Ereignisse und gerne auch Ansichtskarten.
Der Tag des Offenen Denkmals in der Luisenstadt war ein Erfolg

Insbesondere der Samstag, der ersten Tag des Offenen Denkmals 2013, überaschte mit großem Zuspruch im ehemaligen Postfuhramt in der Melchiorstraße. 100 neugierige Gäste waren bei der ersten Führung dabei, etwa 50 weitere Interessierte kamen zur zweiten Runde. Auch der Infostand zur verfallenden Eisfabrik in der Köpenicker Straße stieß auf reges Interesse.
Über Kirche und Stadtplanung - Klaus Duntze im Deutschlandradio
Klaus Duntze erzählt im Gespräch mit Ralf Bei der Kellen über seine Mitwirkung bei der Berliner Stadtentwicklung in Kreuzberg und der Luisenstadt.
Begraben im Hinterhof: Leo Martin Arons (1860 - 1919)
Durch die großmütige finanzielle Unterstützung von Leo Arons konnte das erste feste Gebäude für die Berliner Gewerkschaften am Engeldamm errichtet werden. Das war 1900. Am 10. Oktober 1919 starb Leo Arons. Auf eigenen Wunsch wurde er auf dem Gelände des Gewerkschaftshauses bestattet. Das Grab wurde durch die Nationalsozialisten zerstört. Eine Gedenktafel erinnert an ihn und die "Rote Burg" in der Luisenstadt.
Das ist die Berliner Luft - Erinnerung an den Luisenstädter Paul Lincke
Einer der prominenten Einwohner der Luisenstadt war der Komponist Paul Lincke. l937 wurde er Ehrenbürger von Berlin. Wie viele prominente Berliner ("Der Hauptmann von Köpenick", Claire Waldoff) ist der berühmte Komponist nicht in Berlin begraben.
Der KUCHEN-KAISER am Oranienplatz

Die Versandkonditorei und das Café KUCHEN-KAISER am Oranienplatz in der Luisenstadt wurden im Jahre 1865 von Conrad Kaiser gegründet. Seit 1998 existiert ein erfolgreiches Restaurant erneut unter dem Traditionsnamen an gleicher Stelle. Das im Jahr 1864 gebaute Haus, in dem sich die Konditorei befindet, ist direkt für die Erfordernisse der Firma errichtet worden. 1890 übernahm der Konditormeister Eugen Fluss, der zuvor bei den Firmen Kreuzkamp in Dresden und Sacher in Wien
Ohmstrasse 1, 1914 – 1942: Eleven Jewish lives; ten untimely deaths
By David Alexander and Rivka Alexander-YahichAlthough the date of the wedding is unknown, Lea Meschoulam’s first marriage was arranged by her family in Constantinople. She was widowed soon afterwards. Her second marriage – to Josef Jahisch, the man she had always preferred – was probably in 1912, and was certainly not arranged. To avoid scandal and family disapproval, the couple departed for Alexandria, where their son Muis was born on 6 August 1913.
Josef found no work in Alexandria. When they heard from Lea’s brother Isaac that he could find a job with a Greek tobacco company in Berlin, they set off once more. They arrived in the night of 1 January 1914. Fireworks were exploding all around. What kind of town was this, they wondered – a place of constant celebration?
Muis was nearly four months old. It is not known whether Josef found the job he had come for, or how soon the family settled at Ohmstrasse 1. But one thing is certain: they had arrived just in time for the First World War. Within two years, Josef had been given a choice: if you don’t enlist in the Turkish army, we’ll conscript you into ours. He chose the former, and was killed by a British bomb near Istanbul within a few months of the birth of Perla, his third child. His death set a precedent: his firstborn, Muis, would be the only member of his family to die of natural causes.
T
hough Muis remained stateless until he became a Belgian citizen in the 1950s, he had little difficulty in becoming part of the society his parents had brought him to. As a speaker of Ladino – the language of Sephardic Jews – he had to repeat his first year at primary school, but on one memorable occasion soon afterwards he was held up as an example to his classmates. After he and every other child in the class had been beaten for agreeing with the teacher’s statement Der Lehrer lehrt, he suddenly realised an essential distinction: Nein, der Lehrer lernt! The rest of the class was beaten for a second time for being too stupid to understand what the only foreigner in the class had understood.As a young man, Muis worked with his uncle selling and repairing Persian carpets from a shop in Joachimthalerstrasse. And some years later, in Belgium, his ability to speak like a true Berliner would save his life. So, too, did the fact that the Nazis had no specific orders to arrest stateless Jews born in Egypt.
![[Doc 3, Letter from Rebeka Meschoulam, 16 August 1941] [Doc 3, Letter from Rebeka Meschoulam, 16 August 1941]](/images/content/ohmstrasse/letter-rebeka-meschoulam1.jpg)
Later, Muis inevitably looked back on Berlin with pain, but also with pleasure: it was his town, and had always accepted him. It was not a town of anti-Semites. Anti-Semitism came from outside: “It was Hitler who made me a Jew,” he said. After Kristallnacht, Muis realised he must leave Germany. By then, his mother had long had a new partner, a fellow Turkish Jew, Josef Mentesch, and five new children: Lisa, Rebeka, Rachel, Rosa and Albert. Did they, too, consider leaving? We will never know. Muis’s attempted departure came in January 1939. But he was betrayed by the Luxembourgeoise border-runner who had made the arrangements, and was arrested at the border station. She had advised him to carry very little money; if he were searched, he might be suspected of smuggling currency. He therefore carried a very small sum – which the Gestapo used to pay the taxi fare to the police cells.
In February or March, he arrived in Dachau. Luckily for him, he remained there only until May. He owed his release to his closest cousin, Rachi Meschoulam, who had been authorised to emigrate to Palestine, but then transferred her authorisation to him. She then left clandestinely from one of the northern ports. Her family laughed as they bade her farewell at the station. “You’re making a fuss about nothing – you’ll be back again before long,” they told her. She never saw them again.
Muis returned to Berlin in June 1939. On 6 June, the British embassy gave him a visa to enter Britain en route for Palestine, and the Belgian embassy granted him a transit visa “sans pouvoir y faire volontairement arrêt” – without the right to remain voluntarily on Belgian soil. He left Berlin soon afterwards. Due to a body search on the German side of the border, he missed the connection to the train that would take him to the Channel port. He never got to England, and remained in Belgium for the rest of his life. But what of the family he left behind? While he received a few Postkarte from Berlin – all written by his sisters, as his mother could write no German – these could never reveal the full story.
On 21 October 1941 his sister Perla sent him a new contact address in Berlin. In all likelihood, they never stayed there: three days later, they were deported from Grunewald to the ghetto at Lodz (Litzmannstadt).
Muis received one more card, now lost. It was from his family, who had arrived in Lodz, and said they were well. They were allowed to receive parcels. Muis sent parcels, but never received a reply.
The remaining nine members of his family were murdered at the death camp in Chelmno (Culmhof) on 13 May 1942.
In June 1989, fifty years to the month since his departure from Berlin, Muis returned, hoping to discover where his family had died. He was unsuccessful. Until the end of his life, their fate was unknown to him. For the last time, he also returned to Ohmstrasse – then still in the East, which required him to pass through Checkpoint Charlie. To disguise the fear he felt when confronted once again by police in green uniforms, he blamed his son-in-law for bringing him on a stupid trip which he hadn’t even wanted to make.
The house in Ohmstrasse was still standing, but was difficult to identify. As for Luisenstadt, it had changed almost beyond recognition. But the Jannowitz Brücke was the same as ever, and Muis was cheered to see that people still leaned on its railings, watching the green waters of the Spree flow beneath them, just as they always had.
December 4th, 2012
In memory of Moucha Yahich
Alexandria 6 August 1913 – Brussels 29 December 2004
and of his family:
Josef Jahisch
who died in Turkey in 1917
and
Lea Jahisch
Josef Mentesch
Ester Jahisch
Perla Jahisch
Lisa Meschoulam
Rebeka Meschoulam
Rachel Meschoulam
Lisa Meschoulam
Rosa Meschoulam
&
Albert Meschoulam
who died at Chelmno on 13 May 1942








