Bürgerverein Luisenstadt e.V.

 


Biedermann-Richter, Runge und Kochhann


Weiter nach Westen finden wir die Grabstätte Biedermann-Richter (9). Liza Biedermann (1881-1901) war die Tochter eines deutsch-russischen Fabrikanten, die im Alter von 20 Jahren starb. Ihr gleichaltriger Freund Willi Knüpfer erschoß sich wenige Tage später.

Das rückwärtige Wandfeld der Grabhalle füllt ein symmetrisch komponiertes Landschaftsmosaik, das mit einem lichten Hain und taubenbesetztem Lebensbrunnen an frühchristliche Paradiesvorstellungen anknüpft. Die griechische Inschrift lautet: Den jung Verstorbenen lieben die Götter.

Fast in der äußersten Ecke ist das Ehrengrab für Heinrich Runge (10). H. Runge (1817-1886) war aktiver Stadtverordneter Berlins vor der 1848er Revolution und mußte 1850 bis 1861 aus politischen Gründen Asyl in der Schweiz suchen.

Zurückgekehrt, wurde er Stadtrat, Abgeordneter der Fortschrittspartei im preußischen Landtag und zeitweilig auch Reichstagsabgeordneter. 1871 bis zu seinem Tod 1886 war er Stadtkämmerer von Berlin. Die Rungestraße in Mitte ist nach ihm benannt. Das Grab liegt auf der Grabstätte der Familie Kampffmeyer.

Auf dem Rückweg treffen wir auf das Ehrengrab für Heinrich Eduard Kochhann (11). Der Bäckermeister H. E. Kochhann (1805-1890) war ein sehr aktiver Kommunalpolitiker, der von 1839 bis 1875 Stadtverordneter und 1863 bis 1875 Vorsteher der Stadtverordnetenversammlung war. Er erhielt 1875 die Ehrenbürgerschaft.

Das Grabmal für ihn schuf bereits 1877 der Architekt Friedrich Adler. Die Kochhannstraße in Friedrichshain wurde nach ihm benannt.

Auf dem Erbbegräbnis befindet sich auch die Grabstätte Eduard Fürstenaus (1862-1938), der mit der Enkelin Kochhanns verheiratet war. E. Fürstenau war Geheimer Oberbaurat und viel beschäftigter Architekt (Geheimes Staatsarchiv Dahlem, Oberverwaltungsgericht Hardenbergstraße, Erweiterungsbau der Staatsoper).