Verlegung von Stolpersteinen für eine Familie jüdischer Deutscher
Stolpersteinverlegung Familie Deutsch
Familie Deutsch, die in der ehemaligen Dresdener Straße 97 wohnte.
- Mutter Romana: mit 26 Jahren deportiert und ermordet
- Vater Martin: mit 30 Jahren deportiert und ermordet
- Tochter Eveline Sylvia: mit 3 Jahren deportiert und ermordet
Mittwoch 14. Juni 2023, 11 Uhr
Wo?
Myrica-Siedlung, Haus 6
Neben heutiger Heinrich-Heine-Straße 26
Ein Stolperstein für Ilse Kohn
Stolpersteinverlegung, Bergfriedstraße. © Claudia Hertel Ilse Kohns bewegende Biografie (Quelle: Friedrichshain Kreuzberg Museum):
Am 4. April 2022 wurde in der Kreuzberger Bergfriedstr. 6 in Anwesenheit mehrerer Familienmitglieder ein Stolperstein für Ilse Kohn verlegt. An dieser Stelle lagen bereits 3 Stolpersteine für die Eltern und die Tochter von Ilse Kohn. Für weitere 9 Mitglieder der Familie Kohn, die dem Naziregime zum Opfer fielen, wurden im letzten Herbst Stolpersteine in Berlin verlegt.
Das Zustandekommen der Verlegung ist den Stolpersteininitiativen Friedenau sowie Friedrichshain-Kreuzberg zu verdanken.
Ilse Elisabeth Kohn kam am 18. Januar 1901 in Frankfurt am Main als Tochter des jüdischen Kaufmanns Isidor Kohn und dessen Ehefrau Elise, geb. Wohl, zur Welt. Ilses Eltern stammten ursprünglich aus West- bzw. Ostpreußen und wechselten mehrmals ihren Wohnsitz. Sie hatten noch sieben weitere Kinder.
Die Familie übersiedelte um 1920 nach Berlin, nachdem ihre Heimatstadt Schöneck aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags an Polen abgetreten worden war.
In den 1920er Jahren betrieb Isidor Kohn ein Kolonialwarengeschäft in der Wrangelstraße 136 in Kreuzberg. Ilse soll als Hausangestellte sowie in der Nähe von Berlin in der Landwirtschaft tätig gewesen sein. Am 26. Mai 1933 brachte sie in Berlin ihre Tochter Gisela zur Welt. Ilse Kohn wohnte zu diesem Zeitpunkt in der Wiener Straße 28 und arbeitete als Verkäuferin. Giselas Vater soll ein „Arier“ gewesen sein. Ilse zog mit ihrer Tochter zu ihren Eltern in die Fürstenstr. 15, heute Bergfriedstr. 6.
Im März 1939 wurde sie von der Gestapo verhaftet, ihr wird Rassenschande vorgeworfen.
Ruth Nelly Abraham (1934 – 1944)
Stolpersteine für die Familie Abraham mit einem Foto der kleinen Ruth Abraham, Wallstraße 84 / Foto: Petra Falkenberg
Sie lebte in der Luisenstadt. Es ist gut vorstellbar, dass sie auf dem Bürgersteig vor dem Haus Wallstraße 84 – dort, wo heute die Stolpersteine an sie und ihre Eltern erinnern – einst Hopse oder Kreisel gespielt hat.
Am 28. Januar 2022 gedachte Ihrer Dr. Inge Auerbacher, 87-jährige Holocaust-Überlebende aus New York, zusammen mit der Präsidentin des Deutschen Bundestages, Bärbel Bas, Vertreterinnen und Vertretern der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, des Bürgervereins Luisenstadt e.V. und der Christmann Projekt Entwicklung GmbH.
Stolperstein-Verlegung in der Ohmstraße 1
Gunter Demnig verlegte am 28.11.2012 neun Gedenksteine, die an die Opfer des Nazi-Terrors erinnern. In dem Haus Ohmstr. 1 wohnte die Großfamilie seit 1914.
Neun von zehn Familienmitglieder wurden im KZ Chelmno (Kulmhof) am 13. Mai 1942 ermordet:
Lea Jahisch, Josef Mentesch, Ester Jahisch, Perla Jahisch, Lisa Meschoulam, Rebekka Meschoulam, Rachel Meschoulam, Rosa Meschoulam, Albert Meschoulam.
In der polnischen Gemeinde Chelmno, 70 Kilometer westlich von Lodz, errichten die deutschen Invasoren das erste nationalsozialistische Vernichtungslager, das später als "Sonderkommando Kulmhof" mindestens 152.000 Menschen ermordete.
