Bürgerverein Luisenstadt e.V.

Teil 3 - Wo sich die Gärtnerei Späth befand


In der Köpenicker Straße 153 (9) steht das 1864 errichtete Wohnhaus der hugenottischen Gärtnerfamilie Richard, die hier seit 1794 ansässig war. Am Seitenflügel ein Treppenturm. Daneben befand sich von 1760-1890 die Gärtnerei Späth, die nach Baumschulenweg umzog.

Gegenüber der Victoria-Speicher (10), ein 1879 errichteter, ursprünglich fünfflügeliger Speicherkomplex. Seit den zwanziger Jahren im Besitz der Behala. 1937-39 befand sich hier in einem (später durch Bomben zerstörten) Speicher das Sammeldepot der sog. "entarteten Kunst". Rund 5000 beschlagnahmte Gemälde und Plastiken sowie 12 000 Graphiken wurden von den Nazis hierhergebracht. Ein Teil der Kunstwerke wurde ins Ausland verkauft, der Rest wurde verbrannt (!).

Ehemaliges Heeresproviantamt

Ein langgestreckter Backsteinbau ist das ehemalige Heeresproviantamt (11), 1864/65 als Körner- und Mehlspeicher errichtet mit Mühle und Bäckerei für die Versorgung der in Berlin befindlichen Soldaten. Heute Nutzung als Speicher.

Gegenüber das Eckgrundstück Köpenicker Straße/Eisenbahnstraße ist das "Forum Kreuzberg" (12).

Forum KreuzbergDas Projekt entwickelte sich aus einer freien Bildungsinitiative als Volkshochschule. Weiterhin existieren hier Theater, Ballsaal, Werkhof, Schülerladen, Künstlerateliers und Wohnungen.

Die Neubauten rechts (13) gehören zu DeTeWe (Deutsche Telephonwerke und Kabel-Industrie AG). Seit 1887 im Stadtteil ansässiger Betrieb, früher R. Stock Telegraphenapparate, 1922 vereinigt mit der Deutschen Kabelindustrie GmbH, seitdem DeTeWe. 1977-82 verschiedene Neubauten (z.B. Entwicklungszentrum).